Walfang
Island jagt nach zwei Jahren Pause wieder Wale

Nach zwei Jahren Pause haben isländische Walfänger wieder Wale getötet. Wie der Sender RUV berichtete, handelt es sich bei den zwei Finnwalen um die ersten in Island getöteten Wale seit 2023.

    Finnwal taucht auf und zeigt seine Rückenflosse vor einem Fischerboot, Svalbard, Spitzbergen
    Finnwal (Symbolbild) (picture alliance / imageBROKER / alimdi / Arterra / Sven Erik Arn)
    Das Walfangunternehmen Hvalur erklärte, die Meeressäuger seien am Sonntagabend "erfolgreich" erlegt worden und würden nun an Land gebracht. Von Tierschützern kam scharfe Kritik.
    Neben Island erlauben nur noch Norwegen und Japan den Fang von Walen zu kommerziellen Zwecken, was von Tierschützern heftig kritisiert wird. In Island war der Walfang, der immer zwischen Mitte Juni und Mitte September stattfindet, in den vergangenen zwei Jahren aber aufgrund wirtschaftlicher Probleme und sinkender Rentabilität abgesagt worden.
    In dieser Saison nahm Hvalur, das eines von zwei verbliebenen Walfangunternehmen in Island ist, den Walfang dann wieder auf. Zwei Walfangschiffe legten am Freitagabend vom Hafen der Hauptstadt Reykjavik ab. Beim Auslaufen der Schiffe kettete sich an einem der Masten kurzzeitig ein Aktivist fest, um gegen den Walfang zu protestieren.
    "Die ersten Finnwal-Tötungen in diesem Jahr sind erschütternd", hieß es von der Tierschutzorganisation Humane World for Animals. Island habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 1000 Finnwale getötet, obwohl es sich um eine "weltweit als gefährdet eingestufte Art" handele.
    Laut einer offiziellen Empfehlung des isländischen Instituts für Meeres- und Süßwasserforschung sollen in diesem Jahr nicht mehr als 150 Finnwale erlegt werden. Im Herbst soll in Island ein Gesetzentwurf zum Verbot des Walfangs eingebracht werden.
    Diese Nachricht wurde am 22.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.