Referendum
Island will in den kommenden Monaten über EU-Beitritt abstimmen

Island will die geplante Abstimmung über einen EU-Beitritt auf ‌das laufende ⁠Jahr vorziehen. "Wir werden ⁠in den kommenden Monaten das Referendum über die mögliche Wiederaufnahme der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union vorbereiten", sagte Ministerpräsidentin Frostadottir.

    Das Bild zeigt Kristrun Frostadottir und Donald Tusk nebeneinader an Redepulten mit Mikrofonen. Im Hintergrund sind mehrere isländische und polnische Flaggen zu sehen.
    Islands Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir zu Gast bei Polens Regierungschef Donald Tusk in Warschau (AFP / WOJTEK RADWANSKI)
    Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Außenministerin Gunnarsdottir schon entsprechende Pläne ⁠angekündigt: "In ⁠unserem Wahlprogramm steht, dass ⁠es spätestens 2027 sein soll. Aber ich mache keinen ⁠Hehl daraus, dass ich mir ⁠eine Beschleunigung dieses Prozesses wünsche."
    Island ‌hatte bereits EU-Beitrittsverhandlungen geführt, diese aber 2013 unterbrochen. Grund waren vor allem Differenzen über die Fischereipolitik ​und die Sorge vor der Aufgabe souveräner nationaler Rechte. 2015 war der EU-Beitrittsantrag zurückgezogen worden.
    Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ​2022 und durch die Annexionsdrohungen von US-Präsident Trump gegen ‌das zu Dänemark gehörende Grönland sowie den Zollstreit mit den USA hat sich die Stimmung in der isländischen Bevölkerung aber verändert. In der jetzigen Regierungskoalition befürworten zwei der drei Parteien einen EU-Beitritt.
    Island ist mit ‌Ausnahme der ‌Fischerei und der Landwirtschaft bereits in den EU-Binnenmarkt integriert, ​Vollmitglied des Schengen-Raums und Gründungsmitglied der Nato.
    Diese Nachricht wurde am 25.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.