Wegen Gewaltvorwürfen gegen Armee
Israel kündigt Zusammenarbeit mit UNO-Generalsekretär auf

Israel hat die Zusammenarbeit mit UNO-Generalsekretär Guterres aufgekündigt. Anlass sei die Entscheidung, sein Land wegen Vorwürfen der sexualisierten Gewalt in Konfliktgebieten auf eine "schwarze Liste" zu setzen, schrieb der israelische UNO-Botschafter Danon im Onlinedienst X.

    Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen
    Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (picture alliance /ZUMAPRESS.com/Bianca Otero)
    "Wir haben genug von diesem Generalsekretär", erklärte Danon. Israel werde den Kontakt zu Guterres' Büro bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende des Jahres abbrechen. Danon bezog sich auf einen noch nicht veröffentlichten Bericht. Die Vereinten Nationen hatten im vergangenen Jahr von "glaubwürdigen Informationen" über sexuelle Gewalt durch israelische Sicherheitskräfte gegen palästinensische Häftlinge gesprochen und dabei die Verweigerung des Zugangs für UNO-Inspektoren hervorgehoben.

    Guterres zur "unerwünschten Person" erklärt

    Die Beziehungen zwischen der UNO und Israel befinden sich seit dem Gaza-Krieg auf einem Tiefpunkt. Die israelische Regierung reagierte empört auf die scharfe Kritik von Guterres und anderen UNO-Vertretern an dem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Guterres wurde im Oktober 2024 von Israel zur "unerwünschten Person" erklärt.
    Diese Nachricht wurde am 29.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.