Nahost
Israel: Unruhen nach Soldaten-Festnahme lösten Streit in Kabinett aus

In Israel haben teils gewaltsame Proteste nach der Festnahme mehrerer Soldaten zu erheblichem Streit innerhalb der Regierung geführt.

    Israelische Soldaten und Polizisten geraten mit rechtsgerichteten Aktivisten aneinander, nachdem diese in den Armeestützpunkt Bayt Lid eingedrungen sind, um die Festnahme von Militärreservisten zu verhindern, die verdächtigt wurden, einen Gefangenen nach dem Anschlag vom 7. Oktober in Israel misshandelt zu haben.
    Die Proteste in und vor Militärgeländen stellten nach Ansicht von Verteidigungsminister Galant eine schwere Gefährdung der Staatssicherheit dar. (Ilia Yefimovich / dpa / Ilia Yefimovich)
    Der israelische Verteidigungsminister Galant schrieb in einem Brief an Ministerpräsident Netanjahu, die Proteste vor und auf Militärgeländen stellten eine schwere Gefährdung der Staatssicherheit dar. Netanjahu müsse mit harter Hand gegen Koalitionsmitglieder vorgehen, die an den Unruhen beteiligt gewesen seien. Galant verlangte, Berichte zu prüfen, wonach der rechtsextreme Polizeiminister Ben-Gvir die Sicherheitskräfte angewiesen habe, die Demonstranten nicht zu stoppen.
    Hintergrund ist die gestrige Festnahme von neun Soldaten durch die Militärpolizei in der Armeebasis Sdei Teiman. Ihnen wird vorgeworfen, ein dort inhaftiertes Hamas-Mitglied sexuell schwer misshandelt zu haben. Rechtsgerichtete israelische Demonstranten drangen in den Stützpunkt ein und versuchten, die Festnahme zu verhindern. Auch vor anderen Armeestandorten gab es Proteste, an denen rechtsextreme Parlamentsabgeordnete beteiligt waren.

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    Diese Nachricht wurde am 30.07.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.