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Naher Osten
Israelisches Militär beschließt Pläne für Offensive im Libanon

Der Konflikt zwischen Israel und der pro-iranischen Miliz Hisbollah droht sich zu verschärfen. Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Pläne für eine Offensive im Libanon gebilligt. Vertreter der USA warnen vor einer Eskalation und einem "größeren regionalen Krieg" im Nahen Osten.

    Rauchschwaden sind nach israelischen Luftangriffen in Khiam im Libanon zu sehen.
    Im Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon gibt es seit Monaten täglich gegenseitigen Beschuss (Archivbild). (Taher Abu Hamdan/XinHua/dpa)
    Das israelische Militär teilte am Dienstagabend mit, ranghohe Kommandeure hätten die Lage an der Grenze zum Libanon neu beurteilt und die Bereitschaft der Truppen weiter erhöht. Anlass ist offenbar die Veröffentlichung von Luftaufnahmen aus dem Norden Israels durch die Hisbollah. Die Bilder sollen den Hafen von Haifa und andere strategisch wichtige Orte zeigen und von einer Drohne aufgenommen worden sein.

    Katz warnt die Hisbollah

    Israels Außenminister Katz interpretierte das als Drohung. Er teilte mit, Israel stehe kurz vor der Entscheidung, "die Regeln gegen die Hisbollah und den Libanon zu ändern". Zugleich warnte er, in einem umfassenden Krieg werde die Hisbollah zerstört und der Libanon schwer getroffen.
    Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor acht Monaten kommt es im Grenzgebiet täglich zu militärischen Konfrontationen zwischen der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Israel will erreichen, dass sich die Hisbollah wieder hinter den Litani-Fluss zurückzieht und damit einer UNO-Resolution aus dem Jahr 2006 Folge leistet.

    USA wollen "zweite Front" verhindern

    In den USA wird die Entwicklung mit Sorge betrachtet. Ein Sprecher des Pentagons betonte, niemand wolle einen größeren regionalen Krieg im Nahen Osten. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Kirby, sagte, man wolle keine zweite Front sehen.

    Wieder Proteste in Israel gegen Regierung Netanjahu

    In Israel demonstrierten am Dienstagabend erneut mehrere tausend Menschen gegen die Politik der Regierung. Auf der Kundgebung in der Nähe des Parlaments in Jerusalem wurde außerdem die Freilassung der von der Terrororganisation Hamas festgehaltenen Geiseln gefordert. Es war der dritte Tag in Folge der Proteste - bisher hatten die Demonstrationen gegen die Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu meist wöchentlich stattgefunden.
    Diese Nachricht wurde am 19.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.