Samstag, 18.01.2020
 
Seit 03:55 Uhr Kalenderblatt
StartseiteSport am WochenendeKein unbedarfter Skispaß auf den Golanhöhen27.01.2019

Israelisches Skigebiet "Hermon"Kein unbedarfter Skispaß auf den Golanhöhen

Auf den Golanhöhen liegt aktuell so viel Schnee, wie seit Jahren nicht mehr. Tausende Israelis fahren daher in das Skigebiet Ski Hermon. Unser Korrespondent Benjamin Hammer ist auch dort gewesen und mit zwiespältigen Gefühlen zurückgekommen.

Benjamin Hammer im Gespräch mit Marina Schweizer

Israelische Soldaten im Skigebiet "Hermon" auf den Golanhöhen (dpa / EPA / Atef Safadi)
Israelische Soldaten im Skigebiet "Hermon" (dpa / EPA / Atef Safadi)
Mehr zum Thema

Fußball in Palästina Tore für die Freiheitsbewegung

WM als Lebensversicherung Katar nutzt Fußball für Sicherheitspolitik

Jüdisch geprägte Sportvereine in Deutschland „Jetzt liegt es an uns, aufzustehen“

Leib und Leben Das Judentum und der Sport

Ski Hermon liegt auf der von Israel kontrollierten Seite der Golanhöhen, die Israel vor 52 Jahren besetzte und später annektierte. Auf den ersten Blick lockt hier ungetrübter Spaß im Schnee. Doch die Region ist voller Spannungen. Das Gebiet liegt direkt neben der Waffenstillstandslinie mit Syrien. Vor einer Woche rasten Raketen über die Köpfe der Schneetouristen: Israelische Abfangraketen fingen eine Rakete aus Syrien ab. Sie war nach Angaben eines israelischen Ministers auf das Skigebiet gerichtet.

Getarnte Soldaten mit Gewehren

Unbeschwertes Skivergnügen erlebte Benjamin Hammer in Hermon daher nur kurz: "Dann sickert bei aller Skibegeisterung doch immer mehr durch – und bei mir war das der Fall – wo man da eigentlich ist. Also oben auf der Bergstation, da sieht man Stützpunkte der israelischen Armee mit riesigen Antennen. Und dann fällt einem auf, dass sich unter die Skifahrer auch immer wieder israelische Soldaten auf Skiern mischen, mit weißen Tarnanzügen." Sogar Gewehre seien weiß getarnt, berichtet der Korrespondent.

"Man hat dann Spaß im Schnee, befindet sich aber direkt an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien. Und wenn man darüber nachdenkt, dann ist es eher vorbei mit lockeren Schwüngen auf Ski", erzählt Benjamin Hammer. Zudem empfinde sich die muslimische Minderheit der Drusen in dem Gebiet als syrisch und die israelischen Skifahrer als Eindringlinge.

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk