
Gleichzeitig betonte der Regierungschef, man werde hart auf jeden möglichen Verstoß gegen eine Waffenruhe-Vereinbarung durch die Hisbollah reagieren. Nach einer Waffenruhe werde man sich auf den Konflikt mit dem Iran konzentrieren können,erklärte Netanjahu. Außerdem könnten sich die israelischen Soldaten vom Kampf erholen und das israelische Waffenarsenal erneuert werden. Mit einem Ende des Kriegs mit der Hisbollah werde die islamistische Hamas im Gazastreifen isoliert zurückblieben. Dies könne den Weg zu einer Vereinbarung über die Freilassung von rund 100 Geiseln ebnen.
USA vermittelten Vereinbarung für eine Waffenruhe
Die von den USA vermittelnde Vereinbarung sieht Medienberichten zufolge eine 60-tägige Feuerpause vor, die es Israels Militär ermöglichen soll, sich zurückzuziehen. Die libanesische Armee soll demnach zugleich im Grenzgebiet zu Israel stationiert werden, um zu verhindern, dass Kämpfer der Hisbollah dort wieder Fuß fassen. Eine internationale Kommission werde mit der schon seit Jahren im Libanon stationierten UNO-Friedenstruppe Unifil die Einhaltung der Vereinbarung überwachen, hieß es.
Ziele der Hisbollah in Beirut attackiert
Das israelische Militär hatte heute in großem Umfang Ziele der Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut attackiert. Nachrichtenagenturen berichten von mindestens zehn gleichzeitigen Angriffen auf Vororte von Beirut. Das Militär hatte zuvor die bislang umfassendste Evakuierungsaufforderung ausgegeben. Betroffen waren 20 Gebiete, hieß es.
Die israelische Armee teilte außerdem mit, bei einem Luftangriff in der Nähe der libanesischen Küstenstadt Tyrus sei ein Kommandeur der Hisbollah getötet worden. Der Mann sei an der Planung von Angriffen auf israelische Ziele beteiligt gewesen.
UNO fordert beide Seiten auf, Wafferuhe einzuhalten
UNO-Generalsekretär Guterres hat die Ankündigung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah begrüßt. Beide Seiten müssten alle ihre im Rahmen der Vereinbarung eingegangenen Verpflichtungen uneingeschränkt einhalten und rasch umsetzen, sagte Guterres laut einer Mitteilung. Außenministerin Baerbock bezeichnete die Feuerpause als Lichtblick für die gesamte Region. In einer Erklärung dankte sie den USA und Frankreich für deren Vermittlung und sprach von einem Erfolg der Diplomatie. Zugleich kündigte Baerbock an, Deutschland unterstützte die libanesische Armee bei ihrem Auftrag, die Kontrolle im Süden des Libanon, südlich des Litani-Flusses, zu übernehmen. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen nannte die Nachrichten über die Waffenruhe ermutigend. Der französische Staatspräsident Macron sagte in einem Video auf der Plattform X, das Abkommen müsse ein neues Kapitel für den Libanon aufschlagen.
Diese Nachricht wurde am 27.11.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.