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Ist Mars ein Planetenembryo?

Noch geht der rötliche Mars erst nach Mitternacht auf und steht zu Beginn der Dämmerung hoch am Osthimmel, doch seine Sichtbarkeitsbedingungen werden sich in den nächsten Monaten stetig verbessern.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Allerdings erscheint Mars selbst unter günstigen Bedingungen als auffallend kleines Objekt im Fernrohr. Diese geringe Größe des Roten Planeten hat den Forschern schon seit längerem Rätsel aufgegeben: Während Venus und Erde annähernd gleich groß und massereich sind, vereint der benachbarte Mars bei nur gut halbem Erddurchmesser gerade einmal zehn Prozent der Erdmasse in sich.

    Zwar ist der sonnennahe Merkur noch kleiner als Mars, doch scheint dieser in der Frühzeit des Sonnensystems beim Zusammenstoß mit einem anderen Objekt einen Großteil seiner ursprünglichen Materiemenge verloren zu haben.

    Ein Vergleich zwischen Marsgestein, das in Form von Meteoriten zur Erde gelangt ist, und Meteoriten aus der Frühzeit des Sonnensystems hat amerikanische Forscher nun auf eine heiße Spur gebracht. Bestimmte radioaktive Elemente liefern nämlich unterschiedliche Altersangaben für Meteoriten- und Marsgestein - und damit für den Zeitpunkt, zu dem der Mars sein Wachstum weitgehend eingestellt hat.

    Aus den Messungen schließen sie, dass Mars bereits nach rund zwei Millionen Jahren etwa die Hälfte seiner heutigen Größe erreicht haben dürfte und danach nur noch durch Anlagerung kleinerer Brocken weiter gewachsen sei.

    Die Erde hingegen ist noch mindestens fünfzig Millionen Jahre später mit einem etwa marsgroßen Objekt kollidiert - ein Ereignis, das als die Geburtsstunde des Mondes gilt.


    Bericht über den Mars als Planeten-Embryo

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