Migranten in Ceuta
Italien will Ausschluss Spaniens aus Schengen-Raum

Wegen der vielen Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika hat die rechtsgerichtete Regierung in Italien den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum gefordert. Die wiederum linksgerichtete Regierung in Madrid nennt das Ansinnen "unangemessen" und verlangt Solidarität.

    Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Parlament
    Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (picture alliance / dpa / IPA via ZUMA Press / Marco Iacobucci)
    Italiens Ministerpräsidentin Meloni teilte mit, ihre Regierung sei gerade dabei, "die zuständigen Stellen zusammenzubringen". Anschließend werde man bereit sein, zu handeln. Dabei würden auch "außergewöhnliche Maßnahmen" in Betracht gezogen, wie etwa das Aussetzen des Schengen-Abkommens mit Spanien.
    Die Bilder aus Ceuta nannte Meloni "schockierend". "Italien wird nicht tatenlos zusehen", kündigte sie an.

    "Gefahr für die nationale Sicherheit"

    Auch der italienische Außenminister Tajani forderte, den Schengen-Raum für Spanien wegen der "irregulären und unkontrollierten Einwanderung" zu schließen. Diese stelle "eine Gefahr für die nationale Sicherheit" dar. Die Bilder aus Ceuta zeigten, "wie grundlegend falsch die Entscheidung der Regierung in Madrid ist, mehr als 500.000 irregulären Einwanderern die spanische - und damit europäische - Staatsbürgerschaft zu gewähren", erklärte Tajani. Dies fördere "den Menschenhandel", fügte er hinzu. 
    Spaniens Außenminister Albares warf seinem italienischen Kollegen vor, die Einwanderung für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Solche Äußerungen seien "unangemessen" für "ein befreundetes Partnerland". Madrid erwarte von Rom "europäische Solidarität und nicht parteipolitische Demagogie".
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.