
Das zeigt eine Studie aus Italien, erschienen im Fachmagazin PLOS One. Dafür haben Forscher Gerichtsakten aus den vergangenen 15 Jahren ausgewertet und mehr als 700 Ehen zwischen Mafia-Familien analysiert. Ergebnis: Die Ehen dienen oft dazu, Allianzen zu festigen und Loyalität innerhalb der Organisation zu sichern – zum Teil über Generationen hinweg. Während andere kriminelle Organisationen auch Außenstehende rekrutieren, setzt die ’Ndrangheta fast ausschließlich auf familiäre Beziehungen.
Besonders interessant: Nicht die mächtigen Mafia-Familien gelten als größte Schwachstelle des Netzwerks, sondern kleinere Familien am Rande der Organisation. Denn wenn dort Verbindungen wegbrechen – etwa durch den Tod eines Ehepartners oder die Verhaftung eines Clanmitglieds – dann geht dieser Teil des Netzwerks verloren. Bei den mächtigen Familien gibt es mehr als nur eine Verbindungen zur Mafia. Die Erkenntnisse der Studie zeigen: Wer die ’Ndrangheta schwächen will, sollte nicht nur die mächtigen Bosse ins Visier nehmen.
Diese Nachricht wurde am 09.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
