"Beihilfe zur unerlaubten Einreise"
Italiens Justiz ermittelt gegen "Sea-Watch"-Kapitän

In Italien ermittelt die Justiz gegen das zivile Rettungsschiff "Sea-Watch 5".

    Die "Sea-Watch 5" fährt in den Hafen von Neapel.
    Die "Sea-Watch 5" bei der Einfahrt in den Hafen von Neapel. (Archivbild) (IMAGO / ZUMA Press / IMAGO / Antonio Balasco / LiveMedia)
    Dem Kapitän werde "Beihilfe zur unerlaubten Einreise" vorgeworfen, gab die Berliner Hilfsorganisation bekannt. Sein Schiff war gestern mit 166 aus dem Mittelmeer geretteten Menschen in den Hafen von Brindisi eingelaufen. Dort gingen laut Sea Watch Beamte von Küstenwache und Polizei an Bord. Sie hätten Ausrüstung und Dokumente beschlagnahmt sowie zwei Crewmitglieder zur polizeilichen Vernehmung mitgenommen. Zuletzt sei vor sechs Jahren in Italien ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen ein ziviles Rettungsschiff eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft in Brindisi hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.
    Anfang der Woche hatte die "Sea-Watch 5" vor der Küste Libyens 90 Menschen aus Seenot gerettet und war anschließend nach Angaben der Organisation in internationalen Gewässern von einer libyschen Patrouille beschossen worden. Die EU-Kommission kündigte an, den Fall aufzuklären.
    Diese Nachricht wurde am 17.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.