
Ihm drohten zwar zehn Jahre Straflager, sagte der 62-jährige Düsseldorfer Künstler dem Berliner "Tagesspiegel". Zugleich mache sich das Regime in Moskau lächerlich, indem es seine Justiz gegen Pappfiguren und politische Karnevalssatire in Stellung bringe. Dies zeige, wie viel Angst der Machtapparat Putins vor Satire und Kritik habe, meinte Tilly, der sich am Rosenmontag wieder am Karnevalsumzug in Düsseldorf beteiligen will: So absurd das Ganze sei. Die Anklage sei eine Bestätigung seiner Arbeit. Der Künstler hatte bei Rosenmontagsumzügen in den vergangenen Jahren unter anderem Putin in einer Ukraine-Badewanne voll Blut dargestellt.
Tilly: Putin ist wie alle Diktatoren ein lächerlicher Despot
Tilly betonte, es gehe ihm nicht nur um Putin. Moskau müsse begreifen, dass er nicht nur Putin lächerlich mache, sondern alle Despoten, Demagogen, Diktatoren. Er haue auch demokratisch legitimierte Politiker in die Pfanne. Juristische Unterstützung aus Deutschland habe er in dem Moskauer Prozess bislang nicht. Er habe jedoch aus dem Auswärtigen Amt Hinweise bekommen, nicht in Länder wie Südafrika, Ägypten oder Serbien zu reisen, weil sie Auslieferungsabkommen mit Russland hätte.
Trump ist ein "Aufmerksamkeits-Terrorist"
Über US-Präsident Trump sagte Tilly, dieser sei "ein Aufmerksamkeits-Terrorist". Es sei sehr schwer, "als Satiriker Donald Trumps Wahnsinn immer noch neue Facetten abzugewinnen". Ihn aufs Korn zu nehmen, gehöre jedoch dazu.
Diese Nachricht wurde am 14.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
