
Zukunftsorientierte Ausgaben würden von der Politik zu wenig priorisiert und fielen in Deutschland seit Jahren gering aus, heißt es im aktuellen Jahresgutachten, das in Berlin vorgestellt wurde. Diese Versäumnisse zeigten sich insbesondere bei den Ausgaben für Verkehrsinfrastruktur, Verteidigung und Schulbildung. Chancen, die sich aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität ergäben, dürften nicht verspielt werden. Die Vorsitzende des auch "Wirtschaftsweise" genannten Gremiums, Schnitzer, sagte im Deutschlandfunk, man sei erstaunt, dass für manche Dinge Geld in die Hand genommen würde, das nicht Wachstum fördere. Als Beispiele nannte sie Änderungen bei der Pendlerpauschale oder der Mütterrente. Trotz des Fiskalpakets bleibt laut Vorhersage ein nachhaltiger Aufschwung auch im nächsten Jahr aus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach um 0,9 Prozent steigen. Ein Drittel rechnen die Ökonomen dem Fiskalpaket zu, ein weiteres Drittel dem sogenannten Kalender-Effekt, also weniger Feiertage, die auf einen Werktag fallen.
Die Wirtschaftsexperten sprechen sich zudem mehrheitlich dafür aus, die Erbschaft- und Schenkungsteuer zu reformieren. Ziel sei eine gleichmäßigere Besteuerung aller Vermögensarten. Allerdings lehnte die Ökonomin Grimm die Pläne unter Verweis auf negative Folgen für Wachstum und Familienunternehmen als "fahrlässig" ab.
Diese Nachricht wurde am 12.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
