Abhängigkeit von China
Japan erprobt Abbau Seltener Erden in der Tiefsee

Japan hat ‍mit einer Mission zum Abbau von Seltenen Erden in der Tiefsee begonnen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern. Die Regierung in Peking hat den Export Seltener Erden nach Japan eingeschränkt. Sie sind unverzichtbar, zum Beispiel für die Produktion von E-Autos.

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    Ein Forschungsschiff brach zu dem ⁠abgelegenen Minamitori-Atoll auf, das ‌etwa 1.900 Kilometer südöstlich von Tokio liegt. Im Rahmen der einmonatigen Mission soll Schlamm, der reich an Seltenen Erden ist, kontinuierlich aus einer Tiefe von sechs Kilometern an die Meeresoberfläche befördert werden. Es ist Japans erster Versuch, Seltene Erden im eigenen Land zu gewinnen. Sollte er erfolgreich verlaufen, soll im Februar 2027 ein großangelegter Abbauversuch folgen.

    Abbau des Schlamms war bisher zu teuer

    Der Abbau des Schlamms galt bisher wegen hoher Kosten als unwirtschaftlich. Bisher hat die Regierung deshalb in ausländische Förderprojekte investiert und auf Recycling gesetzt, um die Abhängigkeit von China in Bezug auf die Seltenen Erden zu verringern. China hatte vergangene Woche den Export von Gütern mit zivilem und militärischem Nutzen nach Japan verboten, darunter auch einige wichtige Mineralien.
    China scheint das japanische Vorhaben am Minamitori-Atoll zu beobachten. Als das Forschungsschiff im Juni vergangenen Jahres Vermessungen in dem Gebiet vornahm, sei eine Flotte chinesischer Marineschiffe in ⁠der Nähe aufgetaucht, sagte der Projektleiter ​Shoichi Ishii. Er äußerte sich besorgt über derartige "Einschüchterungsversuche".
    Diese Nachricht wurde am 13.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.