Donnerstag, 30. Juni 2022

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Jazz Live
Jazz Piano Festival Prag (2/2)

Was haben David Peña Dorantes und Dimitar Bodurov gemeinsam? Einmal, ganz selbstredend, eine schier umwerfende pianistische Kunst, eine große improvisatorische Fantasie. Zum anderen vereint die beiden Tastenvirtuosen aus Spanien und Bulgarien eine tiefe Verbundenheit mit ihrer heimatlichen Folklore.

Von Harald Rehmann | 15.12.2015

Eine in rot gekleidete Flamencotänzerin. Im Hintergrund schauen ihr drei Personen beim Tanzen zu.
David Peña Dorantes transportiert andalusische Musiktradition. (Imago / Action Pictures)
Dorantes stammt aus Sevilla. Wen wundert es, dass die andalusische Musiktradition eine nie versiegende Quelle der Inspiration im Schaffen des 46-Jährigen darstellt, der dadurch aber beileibe nicht zum klischeetauglichen "Flamenco-Pianisten" wird. Rhythmisches Temperament und emotionales Spiel stehen bei David Peña Dorantes stets im durchdachten Verhältnis zu harmonischen wie melodischen Raffinessen moderner Jazzimprovisation.
Gerade diese Mischung bietet eine ideale Nahrung für Kopf und Seele, die uns auch Dimitar Bodurov beschert. Hier sind es Elemente südosteuropäischer Volksmusik, die nicht nur der folkloristischen Ausschmückung dienen, sondern die den ohnehin schon energiegeladenen Vortrag Bodurovs mit archaischer Kraft noch bereichern.
David Peña Dorantes
Dimitar Bodurov
Aufnahme vom 8./15.11.14 aus der St.-Laurentius-Kirche.