Freitag, 02. Dezember 2022

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Jazzdor Festival Offenburg
Tomasz Stanko "New York Quartet"

"Tomasz Stanko ist ganz anders als andere Trompeter." Auf diese knappe, aber treffende Formel brachte es der Drummer Gerald Cleaver, der mit dem Bassisten Thomas Morgan eine der gefragtesten Rhythmusgruppen im aktuellen Jazz bildet.

Am Mikrofon: Karl Lippegaus | 14.02.2017

    Der Trompeter Tomasz Stanko beim Festival Jazzbaltica 2012
    Der Trompeter Tomasz Stanko (picture-alliance / dpa-ZB / Lutz Knauth)
    Jede Hektik und prätentiöse Virtuosität ist aus dem Spiel von Polens bekanntestem Jazzmusiker verbannt. Wie Lichtstrahlen, die spätnachmittags in ein dunkles Zimmer dringen, schickt Stanko seine Trompetenphrasen durch den weiten Raum, den seine Mitspieler ihm eröffnen. Kaum jemand arbeitet so gekonnt wie Tomasz Stanko mit der Kunst der Langsamkeit, den dunkleren Farben der Palette und Lyrismen, die aus einer langen Erfahrung resultieren, aus der beharrlichen Suche nach der eigenen Stimme und jener besonderen slawischen Sensibilität, die den Jazz so bereichert hat.
    Zufällig in einem Club in New York hörte Stanko den ihm bis dahin völlig unbekannten jungen Pianisten David Virelles, der aus Santiago de Cuba über Umwege durch Kanada ins Mekka des Jazz gelangt ist. Mit Virelles, Morgan und Cleaver formierte der polnische Trompeter, der abwechselnd in New York und Warschau lebt, eine seiner besten Formationen.
    Tomasz Stanko, Trompete
    David Virelles, Piano
    Thomas Morgan, Kontrabass
    Gerald Cleaver, Schlagzeug
    Aufnahme vom 15.11.14 beim Jazzdor Festival in Offenburg