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StartseiteJazz im DLFDas Heilige und das Profane11.12.2014

JazzFactsDas Heilige und das Profane

Ein Porträt des Pianisten David Virelles

Der 30-jährige Pianist David Virelles wurde in Santiago de Cuba geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Zu seinen ersten prägenden Einflüssen zählten die Musik von Thelonious Monk, Bud Powell und Andrew Hill. Durch die kanadische Holzbläserin Jane Bunnett, die häufig mit kubanischen Musikern arbeitet, kam Virelles 2001 nach Kanada.  

Von Karl Lippegaus

Der Pianist David Virelles spielt mit dem Saxophonisten Steve Coleman (l) beim Newport Jazz Festival 2011. (AFP / Eva Hambach)
Der Pianist David Virelles mit dem Saxophonisten Steve Coleman (l) beim Newport Jazz Festival 2011. (AFP / Eva Hambach)

Ein Stipendium des Canada Council for the Arts ermöglichte dem jungen Pianisten acht Jahre später ein Studium bei dem Jazzmusiker Henry Threadgill in New York. Dort hörte man ihn alsbald in Gruppen mit Steve Coleman, Mark Turner, David Binney und Chris Potter.

Vor allem als Pianist im New York Quartet des polnischen Trompeters Tomasz Stanko, auf dessen Doppelalbum entdeckten ihn bald auch die europäischen Jazzfans. Für David Virelles ist Musik beileibe nicht nur Unterhaltung oder Zerstreuung, sondern a priori ein "Teil von allem anderen". In Kuba suchte er vor Ort nach Formen von Folklore in rituellem Kontext der Abakuá, einer Geheimgesellschaft mit westafrikanischen Wurzeln. Mbókò heißt in dieser afrokubanischen Mythenwelt "die (göttliche) Stimme", aber auch "Zuckerrohr" oder "Fundament". Es ist bezeichnend, dass Virelles sein jüngstes Album mit diesem Titel überschreibt.

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