"Ich habe als Erstes erlebt, dass mein Lebenslauf sehr gut ankam, weil ich halt namhafte Firmen habe. Ich habe an der Privatuni studiert. Wenn ich dann konkreter geworden bin, also insbesondere herauskam, dass ich ein kleines Kind hab, woraus ich auch nie einen Hehl gemacht habe, wurde es oft schon ein bisschen schwierig. Oft habe ich dann sofort eine Absage bekommen, ohne dass die Firmen überhaupt in Kontakt getreten sind."
Acht Jahre lang hatte Tatjana Steusloff im Marketing für große, internationale Firmen gearbeitet und hatte mehr als gut verdient. Dann kam das Kind - und damit eine schwierige Neuorientierung. 50 bis 60 Stunden die Woche arbeiten und dauernd unterwegs sein, das wollte sie nicht mehr. Doch ihre Bewerbungen gingen ins Leere. Teilzeit - das war den Firmen suspekt. Inzwischen hat sie ihre Lösung gefunden. Ende letzten Jahres hat sie sich als Marketingberaterin selbstständig gemacht.
"Als Selbstständige kann ich es mir einteilen. Da fragt nämlich der Kunde auch nie, arbeite ich Teilzeit, weil Teilzeit hat ja schon so eine negative Konnotation, sondern da werde ich für einen bestimmten Auftrag geholt, und das hat eine bestimmte Tagesanzahl oder Stundenanzahl. Das ist prima, und der Kunde ist total froh, dass er mich nicht Vollzeit bezahlen muss."
Auf die Idee, sich selbstständig zu machen, brachte sie das Personalvermittlungsunternehmen Profiplaza aus Bad Soden bei Frankfurt, über das sie auch an ihre ersten Kunden kam. Profiplaza vermittelt Jobs und Aufträge an gut ausgebildete Mütter mit Kindern. Das kann eine klassische Teilzeitstelle sein, aber auch ein Vollzeitjob mit flexibleren Arbeitszeiten. 150 Euro pro Jahr zahlen die Frauen für diese Vermittlung. Profiplaza geht dabei gezielt auf mögliche Arbeitgeber zu, erklärt Gründerin Cornelia Sengpiel:
"Und da habe ich öfter schon die Erfahrung gemacht, dass es eine Stelle gab, die war eigentlich auf Vollzeit ausgeschrieben, und das Unternehmen hatte aus unterschiedlichen Gründen Probleme, dort die richtigen Personen zu finden. Wenn man dann nachfragt: 'Können sie sich vorstellen, diese Stelle auch reduziert zu besetzen, also zum Beispiel 70 Prozent?', dass dann so ein Denkprozess anfängt."
Die derzeitige Wirtschaftskrise sieht sie dabei als Chance: Mehr denn je schauten die Unternehmen jetzt aufs Geld und seien offen für flexible Lösungen, die sie ja meistens günstiger kämen als Vollzeitstellen. Trotzdem: Von selbst scheinen die wenigsten Unternehmen darauf zu kommen, Stellen Teilzeit auszuschreiben. Der normale Arbeitsmarkt funktioniert in dem Bereich offenbar schlecht. Die Erfahrung macht auch Stefan Handl, der bei der Arbeitsagentur Frankfurt für Akademikerinnen zuständig ist:
"Wenn man im Internet etwas anklickt, erstmal hat man ganz viele Positionen, wenn man die Berufsbezeichnung eingibt, und dann gibt man Teilzeit ein, und dann schnurrt das schon entsprechend stark zusammen."
Auf die paar Stellen bewerben sich dann Hunderte. Das Problem sei, sagt Cornelia Sengpiel, dass sich viele Bewerberinnen verzweifelt auf alles stürzten, was "Teilzeit" heiße. Ihr Jobvermittlungsunternehmen bietet deshalb auch Kurse an, in denen man lernt, vor der Bewerbung den eigenen Marktwert zu bestimmen, wie sie sagt, um sich dann umso gezielter zu bewerben oder erfolgreich selbstständig zu machen. Bei Tatjana Steusloff scheint das geklappt zu haben: Sie überlegt sich genau:
"Was sind zum Beispiel Aufgaben, wo eine Firma gar niemanden in Vollzeit braucht, die sehr speziell sind oder mal temporär, wo sie jemanden brauchen, der genau meine Konsumgüter- und Nahrungsmittelerfahrung hat, aber vielleicht anders als über Profiplaza gar nicht an jemanden wie mich herankommen würde. Weil ohne Kind würde ich vielleicht gar nicht für einen Mittelständler arbeiten, sondern eher für Firmen wie Unilever, Procter und so weiter."
Sie hofft, dass auch die großen Firmen bald merken, was ihnen da an Sachverstand verloren geht - und dass sie dann von selbst darauf kommen, die Mütter zu umwerben.
Acht Jahre lang hatte Tatjana Steusloff im Marketing für große, internationale Firmen gearbeitet und hatte mehr als gut verdient. Dann kam das Kind - und damit eine schwierige Neuorientierung. 50 bis 60 Stunden die Woche arbeiten und dauernd unterwegs sein, das wollte sie nicht mehr. Doch ihre Bewerbungen gingen ins Leere. Teilzeit - das war den Firmen suspekt. Inzwischen hat sie ihre Lösung gefunden. Ende letzten Jahres hat sie sich als Marketingberaterin selbstständig gemacht.
"Als Selbstständige kann ich es mir einteilen. Da fragt nämlich der Kunde auch nie, arbeite ich Teilzeit, weil Teilzeit hat ja schon so eine negative Konnotation, sondern da werde ich für einen bestimmten Auftrag geholt, und das hat eine bestimmte Tagesanzahl oder Stundenanzahl. Das ist prima, und der Kunde ist total froh, dass er mich nicht Vollzeit bezahlen muss."
Auf die Idee, sich selbstständig zu machen, brachte sie das Personalvermittlungsunternehmen Profiplaza aus Bad Soden bei Frankfurt, über das sie auch an ihre ersten Kunden kam. Profiplaza vermittelt Jobs und Aufträge an gut ausgebildete Mütter mit Kindern. Das kann eine klassische Teilzeitstelle sein, aber auch ein Vollzeitjob mit flexibleren Arbeitszeiten. 150 Euro pro Jahr zahlen die Frauen für diese Vermittlung. Profiplaza geht dabei gezielt auf mögliche Arbeitgeber zu, erklärt Gründerin Cornelia Sengpiel:
"Und da habe ich öfter schon die Erfahrung gemacht, dass es eine Stelle gab, die war eigentlich auf Vollzeit ausgeschrieben, und das Unternehmen hatte aus unterschiedlichen Gründen Probleme, dort die richtigen Personen zu finden. Wenn man dann nachfragt: 'Können sie sich vorstellen, diese Stelle auch reduziert zu besetzen, also zum Beispiel 70 Prozent?', dass dann so ein Denkprozess anfängt."
Die derzeitige Wirtschaftskrise sieht sie dabei als Chance: Mehr denn je schauten die Unternehmen jetzt aufs Geld und seien offen für flexible Lösungen, die sie ja meistens günstiger kämen als Vollzeitstellen. Trotzdem: Von selbst scheinen die wenigsten Unternehmen darauf zu kommen, Stellen Teilzeit auszuschreiben. Der normale Arbeitsmarkt funktioniert in dem Bereich offenbar schlecht. Die Erfahrung macht auch Stefan Handl, der bei der Arbeitsagentur Frankfurt für Akademikerinnen zuständig ist:
"Wenn man im Internet etwas anklickt, erstmal hat man ganz viele Positionen, wenn man die Berufsbezeichnung eingibt, und dann gibt man Teilzeit ein, und dann schnurrt das schon entsprechend stark zusammen."
Auf die paar Stellen bewerben sich dann Hunderte. Das Problem sei, sagt Cornelia Sengpiel, dass sich viele Bewerberinnen verzweifelt auf alles stürzten, was "Teilzeit" heiße. Ihr Jobvermittlungsunternehmen bietet deshalb auch Kurse an, in denen man lernt, vor der Bewerbung den eigenen Marktwert zu bestimmen, wie sie sagt, um sich dann umso gezielter zu bewerben oder erfolgreich selbstständig zu machen. Bei Tatjana Steusloff scheint das geklappt zu haben: Sie überlegt sich genau:
"Was sind zum Beispiel Aufgaben, wo eine Firma gar niemanden in Vollzeit braucht, die sehr speziell sind oder mal temporär, wo sie jemanden brauchen, der genau meine Konsumgüter- und Nahrungsmittelerfahrung hat, aber vielleicht anders als über Profiplaza gar nicht an jemanden wie mich herankommen würde. Weil ohne Kind würde ich vielleicht gar nicht für einen Mittelständler arbeiten, sondern eher für Firmen wie Unilever, Procter und so weiter."
Sie hofft, dass auch die großen Firmen bald merken, was ihnen da an Sachverstand verloren geht - und dass sie dann von selbst darauf kommen, die Mütter zu umwerben.