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Johannes Brahms - 'A Cappella, Vol 1' und 'Choral Works'

Heute mit Vokalmusik, und zwar mit drei CDs, die der Dänische Nationale Rundfunkchor bei der englischen Firma Chandos Records herausgebracht hat: zwei mit Werken von Johannes Brahms, eine mit geistlicher Chormusik von Edvard Grieg und Niels Wilhelm Gade. * Musikbeispiel: Niels Wilhelm Gade - Morgensang Der Dänische Nationale Rundfunkchor besteht seit 1932. Zunächst gegründet für die Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Orchester bei den großen chorsinfonischen Werken, befasst er sich in den letzten Jahren zunehmend mit eigenen a-cappella-Aufgaben. Stefan Parkman, Chefdirigent seit 1988, Uwe Gronostay, Erster Gastdirigent von 1992 bis 1998 sowie eine Reihe weiterer Gastdirigenten vom legendären Eric Ericson bis zu Rupert Huber wurden mit dem Aufbau und der Pflege dieses Repertoires betraut, das heute etwas mehr als 50 Prozent der Tätigkeit des Ensembles ausmacht.

Ludwig Rink |
    Es ist ein Berufschor mit Stimmen, die alle durch eine professionelle Gesangsausbildung geschult sind. Entsprechend ist das Klangbild: Stark in allen Lagen, tragfähig auch im leisesten Pianissimo, zu großer Dynamik fähig und auch in extremen Regionen sicher, sauber und klangschön. Hören Sie als Beispiel hierfür den Brahms-Klassiker "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen", die erste der Zwei Motetten opus 74. Komponiert 1877 bezeichnete Brahms sie "als kleinen Versuch zum großen Warum", der die Schattenseite zu einer anderen Schöpfung desselben Jahres darstelle, zur vermeintlich heiteren 2. Sinfonie. Von der verstörten, fragenden Fuge am Beginn bis zum choralartigen Abschluss ist diese Motette eine Art romantische Bach-Kantate ohne Instrumente, wobei der immer wiederkehrende, die Sinnfrage stellende Aufschrei etwas völlig Neues ist und dem Werk klare Struktur und dramatischen Charakter verleiht. * Musikbeispiel: Johannes Brahms - Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen? (Motette op. 74,1) Das war die Motette "Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen?" von Johannes Brahms in einer Interpretation des Dänischen Nationalen Rundfunkchores unter der Leitung von Stefan Parkman.

    Andere Stücke auf diesen beiden Brahms-CDs des Kopenhagener Chores sind weit weniger bekannt, z. B. die "Vier Gesänge op. 17" für Frauenstimmen mit zwei Hörnern und Harfe, die Brahms Anfang 1860 für den von ihm geleiteten Hamburger Frauenchor komponierte. Hochromantisch ist schon die Instrumentation mit dem Horn als musikalischem Sinnbild des geheimnisvollen Waldes und dem Harfenklang als Symbol äolischer Winde. Aber auch die Wahl der Texte stellt einen kleinen Querschnitt dar durch die literarische Romantik und ihre Quellen. Eine davon war die Volkskunst, hier vertreten als "ossianische" Epen nach gälischen Fragmenten, von Herder übersetzt als "Gesang aus Fingal". * Musikbeispiel: Johannes Brahms - Gesang aus Fingal (Nr. 4 der Vier Gesänge op. 17) Mit diesen beiden CDs des Dänischen Rundfunkchores unter Leitung seines aus Schweden stammenden Chefdirigenten Stefan Parkman erwirbt man einen guten Querschnitt durch das Chorschaffen von Johannes Brahms in einer Maßstäbe setzenden hochkarätigen Interpretation.