Vor Paris-Roubaix
John Degenkolb: "Habe noch Biss"

Radprofi John Degenkolb setzt beim Klassiker Paris-Roubaix auf Erfahrung und Risikobereitschaft. Wer bei dem Klassiker vorne mitfahren will, muss zunehmend mehr riskieren, sagte Degenkolb im Deutschlandfunk. Topfavorit ist für ihn klar Tadej Pogačar. Der Slowene sei der kompletteste Fahrer seiner Generation.

    Radprofi John Degenkolb vor dem Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix 2026.
    Radprofi John Degenkolb vor dem Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix 2026. (IMAGO / Sirotti)
    Über 258,3 Kilometer quälen sich die Radprofis bei der "Hölle des Nordens" zum Teil über historische Kopfsteinpflaster-Passagen von Frankreich nach Belgien. 2015 hat Degenkolb den Klassiker einmal gewonnen. Damit ist er Top-Favorit Tadej Pogačar einen Schritt voraus.

    Pogačar – im Radsport das Maß aller Dinge

    Der Slowene ist derzeit das Maß aller Dinge im Radsport – das sieht auch Degenkolb so: „Pogačar ist mit Sicherheit der absolute Topfavorit“. Mit einem Erfolg im Rennen Paris-Roubaix hätte er alle fünf Monumente des Radsports gewonnen.
    „Pogačar ist der ausgeglichenste und konstant beste Rennfahrer, den ich in meiner Karriere eigentlich miterlebt habe. Er ist einfach unfassbar stark. Und wenn die Erfolgsserie bei ihm auch nur annähernd so weitergeht, wie das jetzt in den letzten zwei, drei Jahren war, dann ist davon auszugehen, dass er in Bereiche reinkommt, die vielleicht nur Eddy Merckx vor vielen Jahren geschafft hat“, lobt Degenkolb den slowenischen Ausnahme-Profi.
    Auf Fragen nach möglichem Doping reagiert Degenkolb vorsichtig. Er habe keine Beweise für Unregelmäßigkeiten. Die Hoffnung sei, dass Pogačars Leistungen allein auf außergewöhnlichem Talent beruhen.

    Degenkolb: Paris-Roubaix ohne Risiko funktioniert nicht

    Für viele Radprofis ist das Eintagesrennen eine Tortour. Wer bei solchen Klassikern vorne mitfahren will, muss immer mehr riskieren, weiß Degenkolb: „Die Risikobereitschaft muss da sein. Man muss bereit sein, voll die Ellenbogen auszufahren und zu kämpfen. Darum geht es bei den Klassikern. Wenn man nicht in Position ist, kann man selbst mit den besten Beinen nicht vorne reinhalten.“ Degenkolb will selbst noch einmal angreifen. „Ich habe nach wie vor diesen Biss“, sagt er.
    Ende des Jahres läuft Degenkolbs Vertrag beim Team Team Picnic-PostNL aus. Ob er danach seine Karriere beendet, lässt er im Deutschlandfunk-Interview aber offen: „Da schauen wir mal, wie die Reise weitergeht. Da ist zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Entscheidung gefallen“, sagt Degenkolb.
    Diese Nachricht wurde am 12.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.