BBC-Panne
Journalistin schickt Boris Johnson aus Versehen ihre Fragen vorab - TV-Interview abgesagt

Die britische Rundfunkanstalt BBC hat ein Interview mit dem früheren Premierminister Johnson kurzfristig abgesagt, weil ihm versehentlich die Unterlagen des Teams zur Vorbereitung auf das Treffen geschickt wurden. Eine der bekanntesten Politikjournalistinnen des Landes machte die Panne öffentlich.

    Großbritanniens Premierminister Boris Johnson streicht sich erschöpft durch sein Haar.
    Boris Johnson - einst selbst Journalist - war von 2019 bis 2022 Premierminister des Vereinigten Königreichs (Archivbild). (picture alliance / empics / PA Wire / Daniel Liel)
    Laura Kuenssberg schrieb auf X, sie habe geplant, den 60-Jährigen für den Sender zu befragen. Während der Vorbereitungen habe sie Johnson irrtümlich eine Nachricht geschickt, die eigentlich für ihr Team bestimmt gewesen sei. Darin hätten sich die Briefing-Notizen befunden.

    "Peinlich und frustrierend"

    "Das bedeutet natürlich, dass es nicht richtig wäre, mit dem Interview fortzufahren", betonte Kuenssberg. Das sei peinlich und frustrierend, denn es gebe viele wichtige Fragen, die gestellt werden müssten. Doch Ehrlichkeit sei die beste Politik. Die BBC bestätigte auf X, das Interview werde nicht stattfinden; darauf hätten sich der Sender und Johnsons Team verständigt.
    Johnson, der von 2019 bis 2022 britischer Premierminister war, will kommende Woche seine Memoiren veröffentlichen. Auszüge, die vorab in der Boulevardzeitung "Daily Mail" veröffentlicht wurden, machen seit Tagen Schlagzeilen im Vereinigten Königreich. In Johnsons Regierungszeit fiel etwa der "Partygate"-Skandal, bei dem während der Corona-Pandemie trotz Lockdowns beim Premier in 10 Downing Street gefeiert wurde.
    Diese Nachricht wurde am 03.10.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.