Sport Aktuell 18.09.2019

JudoWeltverband sperrt iranischen VerbandVon Dietrich Karl Mäurer

Beitrag hören Der iranische Judoka Saeid Mollaei gewinnt im Finale des Wettbewerbs in der 81-Kilogramm-Klasse bei der WM in Baku. (picture alliance / MAXPPP)Der iranische Judoka Saeid Mollaei (li.) (picture alliance / MAXPPP)

Nach der politisch brisanten Flucht des Judoka Saeid Mollaei ist der iranische Judo-Verband mit einer Schutzsperre belegt worden. Das Handeln des iranischen Verbands im Fall Mollaei habe gleich gegen mehrere Statuten und Regeln verstoßen, entschied die internationale Judo-Föderation IJF.

Das bedeutet, dass der Iran ab sofort nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen darf. Auch von allen weiteren Aktivitäten der International Judo Federation IJF bleibt der iranische Verband ausgeschlossen, denn er habe gleich gegen mehrere Statuten und Regeln der IJF verstoßen.

Hintergrund ist ein politisch motivierter Streit: Bei der WM in Tokio Ende August sollte der 27-jährige Saeid Mollaei auf Anweisung der iranischen Regierung im Halbfinale gegen den Belgier Matthias Casse nicht antreten. So wäre er einem möglichen Finale gegen den Israeli Sagi Muki aus dem Weg gegangen.

Der iranische Judoka Saeid Mollaei. (AFP/TRIBALLEAU)Der iranische Judoka Saeid Mollaei. (AFP/TRIBALLEAU)Judo-WM - Saeid Mollaei will Asyl in Deutschland
Der iranische Weltklasse-Judoka Saeid Mollaei hat Angst, in seine Heimat zurückzukehren – weil er trotz Verbotes der iranischen Führung bei den Judo-Weltmeisterschaften antrat. Als der Druck aus Teheran zu groß wurde, verlor er absichtlich. 

Der Ex-Weltmeister Saeid Mollaei widersetzte sich jedoch dieser Anordnung - trat an, aber verlor - absichtlich. Als der Israeli das Turnier gewann, gratulierte Mollai auf Instagram. Anschließend befürchtete er Repressionen gegen sich und seine Familie, daher traute er sich nicht in sein Heimatland Iran zurück und setzte sich nach Deutschland ab.

Mollaei bei Olympia im Flüchtlingsteam? 

Im Großraum Mannheim/Heidelberg lebt seine Partnerin, eine Deutsche. Der Iran und Israel sind politisch verfeindet. Schon seit vielen Jahren treten iranische Sportler nicht gegen israelische Gegner an. Gegen die nun verhängte Sperre kann der Iranische Judo-Verband Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS einlegen. Bei den olympischen Spielen im nächsten Jahr könnte Saeid Mollaei im Flüchtlingsteam des IOC antreten.

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