Statistisches Bundesamt
Jugendämter verzeichnen Rückgang bei Inobhutnahmen

Die deutschen Jugendämter haben im vergangenen Jahr rund 56.900 Kinder und Jugendliche zu deren Schutz vorübergehend in Obhut genommen. Das war ein Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zu 2024. Gut jede zweite Schutzmaßnahme ging auf eine dringende Gefährdung des Kindeswohls zurück.

    Ein kleiner Junge steht mit schmutziger Kleidung, zerrissenen Hosen und verschiedenen Strümpfen in einem unaufgeräumten Zimmer.
    Anlass für eine Inobhutnahme von Kindern war 2025 oft die Überforderungen der Eltern (32 Prozent) (picture-alliance/ dpa)
    Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hatte es bereits 2024 sieben Prozent weniger Inobhutnahmen gegeben. Damit sei die Zahl innerhalb von zwei Jahren um rund ein Viertel gesunken, nachdem sie zuvor drei Jahre in Folge gestiegen war. Die stark schwankenden Fallzahlen hängen den Angaben zufolge mit den Einreisen unbegleiteter Minderjähriger aus dem Ausland zusammen. Binnen eines Jahres habe sich die Zahl der Fälle von rund 30.800 auf knapp 16.500 Fälle nahezu halbiert.
    Die häufigsten Anlässe für eine Inobhutnahme waren Überforderung der Eltern (32 Prozent), unbegleitete Einreisen (29 Prozent), Vernachlässigung (16 Prozent), körperliche Misshandlung (15 Prozent) und psychische Misshandlung (11 Prozent). Diese Gründe lagen bisweilen in Kombination vor.
    Diese Nachricht wurde am 27.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.