Berlin
Junge Union fordert Rückzug Wegners von Spitzenkandidatur - Bericht über falsche Angaben zu Krisenkommunikation bei Stromausfall

Die Junge Union hat den sofortigen Rückzug des Berliner Regierenden Bürgermeisters Wegner von der Spitzenkandidatur für die anstehende Wahl zum Abgeordnetenhaus gefordert. Berlins JU-Chef Burkart sagte dem Portal The Pioneer, dies wäre im Interesse der Stadt und der Partei.

    Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, gibt bei der Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung ab.
    Die Junge Union fordert den Rückzug von Kai Wegner als Spitzenkandidat in Berlin. (Bernd von Jutrczenka / dpa / Bernd von Jutrczenka)
    Es gebe ein Glaubwürdigkeitsproblem an der Spitze. Der Spitzenkandidat des Koalitionspartners SPD, Krach, ging ebenfalls auf Distanz zu Wegner. Er werde keine Konstellation zulassen, in der Wegner im künftigen Senat eine Rolle übernehme.

    "Tagesspiegel": Wegner sagte offenbar wissentlich die Unwahrheit

    Hintergrund ist ein Bericht des "Tagesspiegel". Demnach soll Wegner hinsichtlich seines Krisenmanagements während des Stromausfalls Anfang des Jahres erneut nicht die Wahrheit gesagt haben. Dem Bericht zufolge stimmt Wegners Aussage nicht, dass er dienstlich wegen des Vorfalls vormittags telefoniert hatte - der Austausch fand per Textnachrichten statt.
    Wegner war bereits während des Stromausfalls in die Kritik geraten - unter anderem, weil er ein etwa einstündiges Tennismatch am ersten Tag gegen Mittag zunächst verschwiegen hatte. Bis heute ist nicht lückenlos klar, mit welchen Stellen er wann auf welche Weise Kontakt hatte. 
    In Berlin wird am 20. September ein neues Abgeordnetenhaus gewählt.
    Diese Nachricht wurde am 09.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.