
Liebich war diese Woche von Tschechien nach Deutschland ausgeliefert worden und nach einer ersten Unterbringung im Chemnitzer Frauengefängnis in die JVA Zeithain im Landkreis Meißen verlegt. Es sei gut, dass die JVA Chemnitz "sich nicht auf Inszenierungen eingelassen" habe, betonte die CDU-Politikerin Geiert. Den Angaben zufolge ging der Verlegung ein Gespräch der Gefängnisleitung mit Liebich voraus.
Änderung von Liebichs Geschlechtseintrags ist umstritten
Liebich war im Juli 2023 - damals noch als Mann mit dem Vornamen Sven - vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Anfang 2025 wurde bekannt, dass er seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich hatte ändern lassen. Seitdem nennt er sich Marla Svenja Liebich. Kritiker werfen ihm vor, mit der Änderung des Geschlechtseintrags das Recht auf Selbstbestimmung ins Lächerliche ziehen zu wollen.
Ende August 2025 sollte Liebich seine Haftstafe in einem Frauengefängnis antreten. Er setzte sich jedoch nach Tschechien ab, wo er aufgrund eines europäischen Haftbefehls gefasst wurde. Dort versuchte er vor Gericht, eine Auslieferung nach Deutschland zu verhindern. Sein Argument: Er fürchte, in ein Männergefängnis gebracht zu werden, wo er nicht sicher sei. Die tschechische Justiz stimmte der Auslieferung zu. Diese Woche wurde sie vollzogen und zunächst in das Frauengefängnis in Chemnitz gebracht.
Gericht soll klären, ob Änderung des Geschlechtseintrags Bestand hat
Vor dem Amtsgericht in Halle steht derzeit noch eine Entscheidung darüber aus, ob die Änderung des Geschlechtseintrags rückgängig gemacht werden kann. Der Saalekreis hat nach eigenen Angaben rechtliche Schritte für eine Berichtigung des Eintrags eingeleitet.
Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
