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Kabinett der Vielfalt?Mit wem Biden regieren könnte

Joe Biden (picture alliance / dpa / CNP)
Joe Biden hat die Wahl gewonnen - nun geht es darum, ein Kabinett zusammenzustellen (picture alliance / dpa / CNP)

"Meine Regierung wird wie Amerika aussehen." Das hat Joe Biden versprochen, und erwartet wird nun, dass sein Kabinett unter dem Motto Vielfalt ("Diversity") stehen wird. Stichwort: Frauen, Stichwort: Schwarze. Die Ministerriege unter dem abgewählten Präsidenten Trump ist so homogen weiß und männlich wie seit Jahrzehnten nicht.

Auf einer Liste möglicher Mitglieder des Kabinetts Biden, die die New York Times zusammengestellt hat, stehen 25 Frauen und 26 Männer. 

Spekulationen über mögliche Personalien gibt es seit Wochen. Zu den bekanntesten Namen, die dabei auftauchen, zählen Bernie Sanders und Elizabeth Warren (beide waren Konkurrenten Bidens um die demokratische Präsidentschaftskandidatur) und Susan Rice, die Nationale Sicherheitsberaterin unter Barack Obama war.

Außenministerium: Rice, Blinken oder Burns?

Rice (55) wird als mögliche Chefin im Außenministerium gehandelt. Sie ist eine langjährige politische Wegbegleiterin von Joe Biden. Von 2009 bis 2013 war sie US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Für den Posten in Frage kommt auch Antony Blinken (58), der Biden seit langem in außenpolitischen Fragen berät. Weitere Namen sind der frühere Vizeaußenminister William Burns und die Senatoren Chris Coons und Chris Murphy.

Elizabeth Warren (Democratic National Convention/A)Elizabeth Warren (Democratic National Convention/A)

Senat muss alle MinisterInnen bestätigen - dort haben Republikaner Mehrheit

Bernie Sanders (79), der linke Senator aus Vermont, wird immer wieder im Zusammenhang mit dem Arbeitsministerium genannt. Nähme er am Kabinettstisch Platz, wäre das nicht zuletzt ein Signal an den progressviven Flügel der Demokratischen Partei. Als links gilt auch Elizabeh Warren (71), die als mögliche Finanzministerin gehandelt wird. Weil die Republikaner aber eine Mehrheit im Senat erreichen könnten, wird die Wahl vielleicht doch auf eher moderate Kandidatinnen und Kandidaten fallen. Der Senat muss nämlich alle Ministerinnen und Minister bestätigen.

Erste Frau an der Spitze des Pentagon?

Mit Michèle Flournoy (59) könnte Biden die erste Frau an die Spitze des Pentagons setzen. Sie hat ihn in Sicherheitsfragen beraten und gilt als hochgradig qualifiziert. Oder er hat die Irak-Veteranin Tammy Duckworth (52) im Blick, die 2004 im Einsatz ihre Beine verlor. Sie vertritt ihren Heimatbundesstaat Illinois im Senat.

Tammy Duckworth, Kriegsveteranin und US-Senatorin aus Illinois. (EPA)Tammy Duckworth, Kriegsveteranin und US-Senatorin aus Illinois. (EPA)

Möglicher neuer Justizminister ist Doug Jones (66). Der Demokrat aus Alabama hat eine enge Beziehung zu Biden und wäre eine glaubwürdige Figur, wenn es um Bürgerrechte geht. Seine Ermittlungen als Staatsanwalt in Alabama führten dazu, dass Mitglieder des rassistischen Ku-Klux-Klan Jahrzehnte nach einem tödlichen Bombenanschlag auf eine von Schwarzen besuchte Kirche im Jahr 1963 zur Verantwortung gezogen wurden.

Doug Jones (AP)Doug Jones (AP)

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