Westjordanland
Kamerateam der Deutschen Welle von israelischen Soldaten bedroht

Das israelische Militär hat im Westjordanland ein Kamerateam der Deutschen Welle angegriffen. Der Vorfall ereignete sich bereits am Dienstag, wie der deutsche Auslandssender mitteilte.

    Im Vordergrund stehen viele Menschen, im Hintergrund ein israelisches Militärfahrzeug.
    Bei Protesten im Westjordanland ist auch ein DW-Kamerateam angegriffen worden. (picture alliance / Sipa USA / SOPA Images)
    Demnach haben israelische Soldaten ihre Waffen auf die Gruppe gerichtet, die aus der Korrespondentin Fanny Facsar, dem DW-Kameramann Rajai Khateeb und einem lokalen Kameramann bestand. Die Journalisten wurden bei den Dreharbeiten mit Tränengas beschossen und auch getroffen, blieben aber körperlich unversehrt. Alle trugen Schutzkleidung, die sie eindeutig als Presse identifizierte. Ein Video des Angriffs veröffentlichte der Sender auf seinem Youtube-Kanal.
    DW-Intendant Peter Limbourg sprach von wiederholten Angriffen auf Journalisten des Senders im Westjordanland, die "absolut inakzeptabel" seien. Es gebe keine Rechtfertigung für die Bedrohung von Pressevertretern - weder durch das Militär noch durch radikale Siedler, so Limbourg weiter. Anfang Juli war ein Team der Deutschen Welle in einem Dorf nördlich von Ramallah mit Steinen beworfen und verfolgt worden.
    Limbourg forderte die israelische Regierung auf, die Sicherheit aller Medienschaffenden zu gewährleisten. Diese sei zusammen mit der Pressefreiheit ein Grundpfeiler jeder Demokratie.
    Israel steht immer wieder wegen des Umgangs mit Journalisten in der Kritik. Nach palästinensischen Angaben wurden im Gazastreifen bereits 245 Medienschaffende durch israelische Angriffe getötet. Zudem wird Journalisten aus anderen Ländern der Zugang zu dem Gebiet in der Regel verweigert.
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.