Noch in dieser Woche soll anläßlich einer Tagung in Kalifornien ein gemeinsamer Sicherheitsstandard verabschiedet werden. Dies streben die zur "Secure Digital Music Initiative" zusammengeschlossenen Vertreter der Musikbranche an. Zwar stehen Softwarelösungen dazu bereits bereit, doch sind sie unabhängig voneinander und unterschiedlich weit ausgereift. Vorgesehen ist, daß der Nutzer zunächst eine Zugangsberechtigung erwerben muß, will er sich ein bestimmtes Stück aus dem Internet herunterladen. Anhand der persönlichen Daten wird dem Musiktitel dann eine digitale Signatur - einem Wasserzeichen vergleichbar - verliehen, bevor es zu seinem neuen Besitzer gelangt. "Vertreibt der Nutzer die Musik dann illegal weiter, muß er damit rechnen, anhand der Signatur überführt zu werden", erklärt Niels Rump vom MP3-Entwickler, dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen. Bislang wird das Wasserzeichen nur bei Titeln mitgesendet, die im Auftrag der Musikfirmen speziell für kostenpflichtige Dienste in Internet digitalisiert wurden. Nun wird darüber nachgedacht, auch handelsübliche CDs mit einem digitalen Wasserzeichen zu versehen. Zwar weisen diese Produkte ihren Besitzer nicht persönlich aus, doch belegen sie den eindeutigen Anspruch des Herstellers auf Wahrung seiner Urheberrechte. Kann sich die Musikindustrie auf einen einheitlichen Standard einigen, dann sollen Abspielprogramme sowie portable Wiedergabegeräte folgen, die legale von illegalen Kopien unterscheiden können. Ist ein Musiktitel nicht rechtmäßig erworben worden, schaltet der Abspieler dann auf stumm oder verringert die Qualität des Songs erheblich. Besondere Bedienerfreundlichkeit und neue Funktionen, wie etwa das direkte Übertragen eines Liedes aus dem Internet auf den heimischen CD-Recorder, sollen die Internetkunden zu einem raschen Umstieg auf die neue Technologie bewegen.
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Kampf der Musikpiraterie
MP3, das digitale Kompressionsverfahren für Audiodaten, hat die Musikwelt revolutioniert und die Verbreitung von Titeln in CD-Qualität über das Internet etabliert. Die Schattenseite dabei: Viele aktuelle Schlager werden als illegale Kopien im World Wide Web weitergegeben. Jetzt tritt die Musikbranche zum Gegenangriff an: Zusammen mit den Entwicklern des Verfahrens soll "MP3" kopiersicher gemacht werden.