Kanadas Premier Carney bestätigt: Deutsches Rüstungsunternehmen TKMS erhält Großauftrag zum Bau von U-Booten

Einen Tag vor dem NATO-Gipfel in Ankara hat Kanadas Premierminister Carney den Kauf von 12 U-Booten vom Kieler Marineschiffbauer TKMS bekanntgegeben. Verteidigungsminister Pistorius begrüßte die kanadische Entscheidung zur Beschaffung deutsch-norwegischer U-Boote als Meilenstein für die Stärkung der transatlantischen Sicherheit.

    Ein Gebäude des Marineschiffbauers TKMS in Kiel
    Der Marineschiffbauer TKMS in Kiel soll die U-Boote für Kanada bauen. (Marcus Golejewski / dpa / Marcus Golejewski)
    Bundeskanzler Merz teilte mit, dies sei ein großes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindee. Es sei Ausdruck einer auf Dauer angelegten Partnerschaft, die weit über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik hinausreiche.
    Kanada erhält von dem deutschen Hersteller U-Boote des Typs 212CD. Dieses Modell haben Deutschland und Norwegen für die gemeinsame Nutzung entwickelt. Für TKMS ist es der größte U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Vor der Entscheidung gab es harten Wettbewerb. Der deutsche Hersteller stach bei dem Geschäft einen südkoreanischen Konkurrenten aus. Das erste U-Boot soll nach Unternehmensangaben 2033 ausgeliefert werden.
    Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Das Verhältnis ist aber seit dem neuerlichen Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump belastet.
    Zum Auftragsvolumen machten weder Kanada noch TKMS Angaben. Medienberichte dürfte sich die Summe allein für die U-Boote inklusive Service auf rund 20 Milliarden Euro belaufen. Wartung und Betrieb eingerechnet gehe es für die nächsten Jahrzehnte um ein Finanzvolumen von rund 62 Milliarden Euro.

    Boote sollen in Kiel und Wismar gebaut werden

    TKMS zählt zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bau nicht nuklear betriebener U-Boote. Nach früheren Angaben von TKMS will Kanada die ersten neuen Boote spätestens 2035 in Betrieb nehmen. Zuletzt hatte sich aber angedeutet, dass eine erste Auslieferung früher erfolgen könnte.
    Die High-Tech-Boote will die Werft sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der zweiten Werft in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern bauen. Dort will das Unternehmen bis zu 1.500 Arbeitsplätze schaffen.

    Neue U-Boot-Klasse

    Die neue U-Boot-Klasse verfügt über eine verbesserte Sensorik für die Erkennung möglicher Gegner unter und auf dem Wasser. Die Boote sollen mit jeweils 30 Besatzungsmitgliedern fahren. Sie sind laut TKMS speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt.
    Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.