Freitag, 01. Juli 2022

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Kanadische Musikerin Marie Davidson
Zurück im Beat

2019 hat Marie Davidson ihren Rückzug aus der Clubmusik verkündet, sie war gesundheitlich angeschlagen. Nun ist die 1987 geborene Frankokanadierin zurück mit neuem Album, neuer Band und verändertem Sound. Sie kreiert eine bunte, obskure musikalische Welt – und hoffentlich eine heilende, auch für sie.

Von Anja Buchmann | 13.12.2020

Eine junge Frau mit langen braunen Haaren steht mit Mikrofon, das sie mit der rechten Hand vor ihren Mund hält, auf einer Bühne im Scheinwerferlicht.
Nach einer Pause zurück: die Musikerin und Produzentin Marie Davidson. (The Canadien Press/Nathan Denette)
Die Musikerin spricht fließend französisch und englisch. Was nichts allzu Besonderes ist, vor allem in der frankokanadischen Stadt Montreal im Osten Kanadas. Dort ist alles zweisprachig: In einem Teil leben eher die Anglophonen, im anderen eher die Frankophonen; in Cafe und Supermarkt wird man immer mit einem freundlichen "Bonjour, Hi" begrüßt.
"Es ist schon noch ein bisschen so verteilt, aber mit der Gentrifizierung und Menschen, die sich überall rumtreiben, wird es durchaus fließender und diverser. Man kann aber sagen, der Westen ist eher anglophon, der Osten eher frankophon, aber es ist nicht strikt getrennt."
Ihre Musik als Solokünstlerin: Techno und Dance für die Clubs. Im Duo: "Essaie pas" minimalistischer Dark-Wave-Synth-Pop. Und im aktuellen Trio L’Œil Nu: Rock, Pop, Chanson, Dance, Elektro und sogar Jazz.
"Musik ist eine Sprache"
"Musik ist eine Sprache, Töne sind wie Wörter oder Sprachen. Und das alles kommt von mir, von meinen persönlichen Geschichten, meinem Hintergrund, meinem Leben. Was ich tue, ist sehr von meinem Leben inspiriert. Ich würde also nicht sagen, dass es sich bei dem, was ich jetzt mit der Band mache, um eine ganz andere Sprache handelt, aber vielleicht wäre ein anderer Dialekt ein guter Weg, es auszudrücken. Eigentlich gefällt mir das."
Musik: "Worst comes to worst"
Wer Marie Davidson als Solo-Künstlerin kennt, wird sich angesichts des aktuellen Albums mit ihrem Trio L’Œil Nu (deutsch: das bloße Auge) wundern. Denn sie hat zahlreiche Konzerte und Touren und vier Alben lang elektronische Musik gemacht. Zuweilen setzte sie dabei auch ihre Stimme ein, in einer Art Spoken Poetry – so etwa beim Song "Work it" von ihrem letzten Soloalbum "Working Class Women".
Musik: "Work it"
Bruch mit der Clubkultur
"Ein Renegade ist ein Abtrünniger, jemand, der entweder eine Kultur oder eine Religion, eine Gruppe, eine Organisation, eine Familie oder eine Beziehung verleugnet oder davor flieht."
Marie Davidson zu ihrer aktuellen Band-Platte "Renegade Breakdown", für deren Aufnahme sie bewusst mit der Club-Kultur gebrochen hat.
"Für mich ist es also eine Art groteskes Wortspiel mit meiner Entscheidung, die Clubkultur zu verlassen. Aber natürlich ist es nicht so ernst zu nehmen. Ich höre immer noch manchmal Disco oder Techno-Musik. Ich bin nicht gegen diese Art von Musik, aber ich wollte diesen Raum wirklich verlassen, die Clubs, die Flughäfen, die Festivals… Ich weiß, dass ich irgendwann wieder zurück muss, aber ich brauchte wirklich eine Pause davon. Auch von der online-Welt der Clubkultur. Es ist super cool. Für eine Weile war es wirklich gut für mich, aber ich wurde ein bisschen desillusioniert. Das ist ein Aspekt des Titels. Es geht aber auch um eine Distanzierung von der Musikindustrie, vom Kapitalismus, vom ‚Workaholismus‘. Auf meiner vorherigen Platte habe ich viel über Arbeit und Leistung gesprochen. Davon wollte ich mich wirklich distanzieren. Und auch in gesundheitlicher Hinsicht war es für mich ein Zusammenbruch und ein Bruch mit den Ärzten und der Pharmaindustrie, den Medikamenten und den Drogen. Es sind also eine Menge Dinge."
Marie Davidson brauchte eine Pause vom jahrelangen Touren, ein Leben, das glamourös und cool klingt, auf Dauer aber sehr auslaugend sein kann, wie schon diverse andere Musiker erfahren haben, etwa die Jungs der irischen Band Fontaines DC. Für die 2020er Doku "Between the beats" vom online-Magazin Resident Advisor wurde die Musikerin auf der Tour begleitet, bei der sie ihr letztes Solo-Album vorstellte: In Detroit, Montreal, Barcelona, Lyon, Paris und Berlin. Man sieht die Pannen mit ihren Synthesizern, Sequenzern und anderen Instrumenten, die beim Flug kurzzeitig verloren gehen, man erlebt sie bei technischen Problemen kurz vorm Auftritt und man begleitet sie beim aufreibenden Allein-Reisen und ihrer durch die Tour verstärkten Schlaflosigkeit.
"Hatte es satt"
"Ich brauchte eine Pause. Ich war vier oder fünf Jahre lang viel auf Tournee gewesen, und ich brauchte wirklich eine Pause davon, und ich brauchte auch eine Pause davon, allein auf Tournee zu gehen, immer auf mich allein gestellt. Aber vor allem hatte ich es satt, in Clubs zu spielen. Es hat mir früher sehr viel Spaß gemacht, in Clubs zu spielen, ich war wirklich begeistert davon. Und ich bereue es nicht. Ich bin nicht bitter. Ich hatte nur das Gefühl, dass ich etwas Neues ausprobieren musste, weil ich müde war und es mir langweilig wurde. Und ich glaube, wenn man sich als Künstlerin langweilt, wird man etwas nicht gut machen. Ich glaube, als Künstler muss man sich inspirieren und begeistern lassen. Also dachte ich mir, ich mache eine Pause und versuche, etwas Neues zu schaffen. Und genau das habe ich getan."
Kapitalismuskritik
Der Titeltrack "Renegade Breakdown" entstand während ihrer letzten Solo-Tour im November 2018 an einem Flughafen. Und es geht auch um die von ihr so bezeichnete "Flughafenkultur"; riesige, unpersönliche, hektische Orte, die durch Lautstärke, Eile und Warenangebot geprägt sind: eine Manifestation des Kapitalismus.
"Ich war wirklich angewidert von der Flughafenkultur, all den Läden und dem Duty-Free-Konsum: Kaufen Sie diese Schminke, dieses Parfüm, diesen Alkohol, diese Schokolade, diesen Schwachsinn und dann zusammenbrechen. Es ist einfach dieser ständige Lärm und Aggression und Konsum, Kapitalismus, Werbung überall: Kaufen Sie das, Sie brauchen das in Ihrem Leben. Und darum geht es in dem Titeltrack."
Musik: "Renegade Breakdown"
"Renegade Breakdown", das Titelstück des L’Œil Nu-Albums und, wie die ganze Platte, ein Melting Pot verschiedener Stile von Dance über Synthwave, funky Slap-Bässe bis zu rockigen E-Gitarren und einem Hauch von Chanson im Refrain. Es gab eine kleine Aufregung bei Marie Davidsons Fans, als die Musikerin dann im September 2019 ihre vorerst letzte Solo-Show im heimischen Montreal spielte, unter dem Titel "Save the last dance for me" und das auf Instagram ankündigte.
"Als ich das gepostet habe, hatten wir drei bereits begonnen zusammenzuarbeiten, also wusste ich, wohin ich gehen würde. Es war mein aufrichtiger Wunsch, etwas anders zu machen, aber ich hätte nicht darüber gesprochen, wenn es sich nur um eine vage Idee gehandelt hätte oder um eine Art "Ich will das irgendwann in meinem Leben machen". Aber ich habe meine Entscheidung bereits ziemlich ernst genommen. Und wir hatten schon seit ein paar Monaten begonnen, zusammenzuarbeiten. Es fühlte sich also ziemlich natürlich an. Aber als ich den post veröffentlicht habe, ging es mir vor allem darum, auf meine letzte Show hinzuweisen. Es ging nicht darum, eine Art Drama oder so etwas zu schaffen, sondern ich wollte einfach, dass die Leute zur Show kommen. Meine letzte Solo-Show mit Techno-Dance-Clubmusik. Und nun spiele ich nicht mehr solo, sondern mit den beiden."
Das Trio L’Œil Nu
Diese beiden sind Asaël Robitaille und ihr Ehemann Pierre Guerineau. Zusammen mit Marie Davidson bilden sie das Trio L’Œil Nu. Der Titel "La Ronde" ist eine Liebeserklärung der Musikerin an ihren Mann, mit dem sie auch im Duo "Essaie Pas" zusammenspielt.
Musik: "La Ronde"
"Also wir haben Asaël Robitaille in der Band, der vieles ist: ein sehr guter Gitarrist und auch ein sehr guter Komponist und Arrangeur. Man kann sich an ihn wenden, wenn man eine musikalische Idee hat, und er macht daraus etwas Komplexeres. Aber er ist auch ein geschickter Produzent von Elektronischer Musik, arbeitet viel mit der Ableton-Software. Ähnlich wie Pierre Guerineau. Der ist mein langjähriger Partner- musikalischer Partner und Ehemann. Pierre ist auch ein ehemaliger Gitarrist. Er begann mit der elektrischen Gitarre, aber jetzt ist er hauptsächlich Produzent. Und er ist auch ein guter Melodiker. Er macht seine eigenen Songs und produziert die Musik anderer Leute. Er ist sehr begabt darin, das Potenzial in einem Lied oder einer Idee zu hören und es weiter zu bringen. Das ist die Band. Und ich selbst, Marie."
Zwei Musiker und eine Musikerin, die all ihre unterschiedlichen Wurzeln, Seitenwege und Persönlichkeiten mit in die Band bringen. Asaël etwa hat in jungen Jahren vor allem Progressive Rock gehört und Marie spielte klassische Geige.
"Die Geige ist hart, es ist ein schwieriges Instrument. Als Teenager habe ich gern Geige gespielt, ich war in einem Orchester, habe auch im Chor gesungen. Aber die klassische Geigenausbildung gefiel mir nicht so sehr. Ok, ich mochte die Musik, aber ich hatte viele verschiedene Interessen, und ich liebte alle Arten von Musik. Als Teenager habe ich mich zum Beispiel für Jazz interessiert. Und außerdem liebe ich das Theater, ich schauspielere gern, mag die Bühne und hatte Theaterunterricht. Das liebte ich sehr, vielleicht sogar mehr als den klassischen Violine-Unterricht. Aber vor allem habe ich mich allgemein für Musik interessiert."
Und das war tatsächlich auch der Jazz, der Marie Davidson begeisterte, abgesehen davon, dass sie eine Zeitlang Nirvana-Fan war. Sie entdeckte die Musik der Sängerin Billie Holiday, in die sie sich verliebte, sie mochte Bill Evans, Mal Waldron oder Chet Baker. Letzteres kommt auch bei einem Song zum Ausdruck: Just in my head. Mit traditionellem Besen-Gewische auf der Snare, mit Bass, Vibrafon und Fender Rhodes-Piano. Eines der Stücke, zu dem sich das Trio noch ein paar befreundete Musiker ins Studio geholt hat.
"'Just in my head' ist so etwas wie der Außerirdische auf der Platte. Als ich dieses Lied geschrieben habe, habe ich versucht, meine Liebe zur Jazzmusik zu kanalisieren, insbesondere zur Arbeit von Chet Baker und seiner Art zu singen. Und er ist natürlich ein erstaunlicher Trompeter. Ich bin mit Chet Baker aufgewachsen, weil er der Lieblingsmusiker meines Vaters war, also liegt er mir wirklich am Herzen."
Musik: "Just in my head"
"Wir hatten keinen konkreten Sound im Sinn."
Marie Davidson über die Anfänge von L’Œil Nu.
"Wir wussten nur, dass wir Popsongs machen wollten. Also mit Strukturen wie Strophen, Refrains, oder auch ohne das, aber: einfach Lieder.
Pierre: "Ich glaube, in den letzten Jahren haben wir uns alle gerne mit elektronischer Musik beschäftigt,"
sagt Pierre Guerineau:
"Also mehr über Rhythmen, Texturen... Aber wir alle lieben das Songwriting und gute Songs. Für uns war es also wie das Vergnügen, diese Formate zu erforschen. Es gibt so viel Musik, so viele verschiedene Dinge, die uns interessieren: Von französischem Pop über britischen Prog bis hin zu Funk und amerikanischen Songwritern, von Fleetwood Mac bis… viele verschiedene Epochen.
Marie: "Und bitte vergessen Sie den Band-Namen, den er gerade gesagt hat: Ehrlich gesagt, Fleetwood Mac ist meine Lieblingsband, das ist nicht ihre Lieblingsband, es repräsentiert also nicht unsere ganze Band."
Unglaubliches Sammelsurium
Und so findet sich ein unglaubliches Sammelsurium von Klängen, Melodien und Rhythmen auf diesem Album, gesungen mal auf Englisch, mal auf französisch, war man gerade noch in der nebeligen Projektion einer Jazz-Bar gefangen, so klingt ein anderer Song wieder nach Elektro-Pop a la Kraftwerk oder Yellow Magic Orchestra, nach Disco und G-Funk: "C‘est parce-que je m‘en fous: Weil es mir egal ist."
"Ich spreche in dem Song über das Konzept des Feminismus, meine Ansichten zum Feminismus. Denn der kann großartig sein, aber auch irreführend, nicht konstruktiv und als Alibi verwendet werden. Der Text ist sehr augenzwinkernd, ich greife bei diesem Lied niemanden an. Ich spreche nur darüber, was Feminismus für mich ist, zunächst einmal eine Frage der Sensibilität. Und er muss gefühlt werden, nicht zu sehr gedacht, er sollte keine Waffe sein, sondern ein Weg zur Integration. Integration der Frauen in unserer Gesellschaft, aber auch die Integration der Männer, ihrer weiblichen Seite, denn wir alle haben eine männliche und eine weibliche Seite. Ich habe den Text 2017 geschrieben, aber er trifft für mich immer noch zu. Es ist nicht alles schwarz oder weiß, es gibt viele Grauzonen."
Musik: "C‘est parce-que je m‘en fous"
Sie hat keine herausragende, aber eine gute Stimme, die Musikerin Marie Davidson: Insbesondere in den Spoken Word-Passagen, aber auch in den chansonesken und Elektropop-Songs. Der Gesang steht jedoch nicht im Vordergrund, ihre Stimme fügt sich wie ein weiteres Instrument in die bunten Klangwelten von L’Œil Nu.
"Je mehr man singt, desto mehr fühlt man sich darin wohl. Und für mich ist Singen fast wie Schauspielerei. Es muss wirklich mit Emotionen verbunden sein, es geht nicht nur um Perfektion und die perfekte Tonhöhe, sondern es ist für mich sehr wichtig, dass man in der Stimme etwas Menschliches fühlt und Emotionen empfinden kann. Man kann im Gesang eine Geschichte erzählen. Damit musste ich experimentieren. Und das tue ich im Moment immer noch."
So etwa bei "Back to Rock", Marie Davidsons Lieblingssong auf dem Album, in dem man hört, dass sie in den tieferen Regionen etwas die Kraft verlässt. Dennoch ein guter Titel, der wie ein langsamer Rockmonolith zwischen all den vielfältigen Stücken ruht.
Tourleben
"Es war im Winter 2019, als ich noch mit meinem Soloprojekt auf Tournee war, mit meinem Album "Working Class Women". Ich fuhr hin und her, von zu Hause in Montreal nach Berlin, nach Europa und in die USA. Ich bin viel herumgereist. Und ich war sehr müde und melancholisch. In dem Lied geht es darum, Dinge in sich selbst sterben zu lassen, damit vielleicht irgendwann andere Dinge geboren werden. Und während diese Dinge sterben, hat man das Gefühl, dass man selbst stirbt. Ein Teil von Ihnen liegt im Sterben. Der Song erzählt von diesem Evolutionsprozess, von Trauer und Veränderungen und Transformation."
Musik: "Back to rock"
Marie Davidson wird erneut auf Tour gehen, wenn Touren wieder möglich sein wird. Aber diesmal mit ihrer Band, ein völlig anderes Gefühl für sie:
"Es wird eine Erleichterung sein, zumindest nicht allein zu sein und mit Menschen zusammen zu reisen, denen ich vertraue, zu denen ich ein gutes Verhältnis habe. Das ist es, was ich in den Jahren meiner Solo-Tourneen vermisst habe: Ich habe es genossen, Musik alleine zu machen, aber ich war nicht so gerne alleine auf Tournee, weil ich das Zusammensein mit Leuten vermisst habe. Für mich wird es natürlich viel weniger Ausrüstung geben, weil ich mich darauf konzentriere, Frontfrau der Band zu sein, zu singen. Aber ich helfe natürlich trotzdem. Wir teilen uns immer noch die Verantwortung als Band. Wir werden also sehen, was passiert, wenn wir auf Tournee gehen. Aber hoffentlich wird es nicht so viele technische Probleme geben. Es ist wirklich wichtig, als Band einen sicheren Aufbau zu finden, wenn man viel tourt."
Über die deutsche Hauptstadt
Der Abschluss ihrer letzten Solo-Tour führte Marie Davidson nach Berlin-Kreuzberg, ans Kottbusser Tor, wo sie eine Wohnung zur Untermiete hatte. Als sie feststellte, dass sie dort auch vor Jahren bei ihrem ersten Berlin-Besuch gestrandet ist, schrieb sie einen Song dazu: ein Stück über die deutsche Hauptstadt, über Freundschaft, Liebe und sich schließende Kreise.
"Es war so seltsam und surreal für mich, dass ich hier gelandet bin, denn genau hier bin ich gelandet, als ich das erste Mal nach Berlin kam. Nicht, dass ich damals dort gewohnt hätte, aber wir sind oft dorthin gegangen, um zu feiern. Und ich erinnere mich an dieses erste Mal, diese erste Nacht, als wir in die Bar Roses gingen und dann bei einem seltsamen Rave gelandet sind, das war eine Art Anarcho-Punk-Trance... Ja, es ist sehr verschwommen und es ist lange her, 2012. Aber es war so seltsam für mich, meine Berliner Tage dort zu beenden, wo ich irgendwie angefangen hatte. Und das liebe ich wirklich. Diese Wohnung lag im neunten Stock eines dieser hohen Türme, dieser Sozialwohnungen. Und der Aufzug war immer kaputt. Also musste ich zu Fuß hinaufgehen. Mit meinem großen Koffer, neun Stockwerke hoch, wenn ich am Sonntagabend von meinen Auftritten auf den Festivals am Wochenende zurückkam. Für mich waren das wirklich epische, schöne, harte, emotionale Erinnerungen. Also diese ganze Sache, es war wie ein sich schließender Kreis. So etwas kommt ein paar Mal im Leben vor, und ich habe es wirklich gespürt, als ich den Text des Liedes schrieb."
Musik: "Center of the world - Kotti Blues"