Krankenkassenreform
Kassenärzte und Kliniken erwarten längere Wartezeiten

Kassenärzte und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben das geplante Sparpaket für die Krankenkassen erneut kritisiert. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin warnte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, vor Verschlechterungen bei der Patientenversorgung. Eine Deckelung der Vergütung bedeute Rationierung.

    Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), spricht bei einer Pressekonferenz.
    Bei der Pressekonferenz zur Stabilisierung der GKV-Finanzen warnte Andreas Gassen vor längeren Wartezeiten für Patienten. (Markus Lenhardt / dpa / Markus Lenhardt)
    In der Folge würden Wartezeiten nicht kürzer, sondern länger. Gassen wies auch den Vorschlag einer Teilkrankschreibung zurück. Ziel der Reform sei es, Bürokratie abzubauen. Stattdessen solle nun ermittelt werden, ob der Arbeitnehmer zu 25, 50 oder 75 Prozent krank beziehungsweise arbeitsfähig sei.
    Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gaß, monierte zudem, dass die Frist für Stellungnahmen zum Gesetzentwurf von Gesundheitsministerin Warken zu knapp bemessen sei.
    Warken hatte einen Entwurf für ein Sparpaket vorgelegt, das die gesetzlichen Krankenversicherungen 2027 um 19,6 Milliarden Euro entlasten soll. Im Fokus stehen geringere Ausgaben bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. Der Gesetzentwurf soll am 29. April ins Bundeskabinett kommen.

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    Diese Nachricht wurde am 20.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.