Beschluss der Nationalversammlung
Katholische Kirche kritisiert neues Sterbehilfe-Gesetz in Frankreich

In Frankreich stößt das neue Sterbehilfe-Gesetz bei Vertretern der katholischen Kirche auf scharfe Kritik.

    Tor des Friedhofs von Sainte-Genevieve-des-Bois südlich von Paris
    Frankreich macht Weg für Sterbehilfe-Reform frei. (picture alliance / dpa / Tass)
    Die Präsidentin der Katholischen Familienverbände, Morinière, sagte der ARD, jede schwer erkrankte Person müsse sich jetzt fragen, ob sie nicht besser die aktive Sterbehilfe in Anspruch nehme, um der Familie nicht zu Last zu fallen. Der Bischof von Nanterre, Rougé, kritisierte, das Gesetz untergrabe die Grundpfeiler des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Frankreich. Man werde juristisch dagegen vorgehen.
    Die französische Nationalversammlung hatte das Gesetz für das Recht auf Sterbehilfe gestern mit 291 zu 241 Stimmen verabschiedet. Volljährige Patienten, die an einer nicht heilbaren Krankheit im Endstadium leiden und bei vollem Bewusstsein sind, sollen das Recht in Zukunft unter strengen Auflagen in Anspruch nehmen können. Es gilt für französische Staatsangehörige und Personen, die sich rechtmäßig im Land aufhalten.
    Diese Nachricht wurde am 16.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.