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StartseiteSport am WochenendeHomosexuelle Trainerin in der NFL18.01.2020

Katie Sowers bei den 49ersHomosexuelle Trainerin in der NFL

Katie Sowers ist eine von nur drei Frauen, die bei NFL-Klubs im Trainerstab arbeiten. Die Assistenztrainerin der San Francisco 49ers ist die erste offen homosexuelle Trainerin überhaupt in der US-Football-Liga, auf dem Weg dorthin hat sie einige Widerstände überwunden.

Von Heiko Oldörp

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Katie Sowers, Assistenztrainerin bei den San Francisco 49ers, während eines Spiels gegen die Minnesota Vikings in Minneapolis, Minnesota. (Getty Images / Hannah Foslien)
Katie Sowers von den San Fransisco 49ers, eine von drei Assistenztrainerinnen in der NFL (Getty Images / Hannah Foslien)
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Sie habe schon als kleines Kind gewusst, dass sie anderen Menschen später im Leben etwas beibringen wolle, sagt Katie Sowers. Das liege einfach in ihrer Familie. Ihr Vater war Basketball-Trainer, ihre Mutter hatte eine führende Position in einem Krankenhaus. Und eine ähnliche Rolle sah Sowers auch für sich - entweder als Coach, Lehrer oder Berater.

Jetzt, sagt die 33-Jährige, habe sie alle drei Berufe in einem vereint. Sowers ist als Assistenz-Trainerin bei den San Francisco 49ers für die Offensive zuständig - und von ihrem Werdegang selbst ein wenig überrascht.

"So sehr ich auch Football liebe, aufgeschlossen und progressiv bin - ich wusste nie, dass es eine Option ist, Football-Trainerin zu werden. Das änderte sich erst, als Becky Hammon einen Job in der NBA bekam. Da habe ich in einem sozialen Netzwerk geschrieben: 'NFL, ich komme.'"

Spurs-Trainerin als Vorbild

Becky Hammon wurde im Sommer 2014 von den San Antonio Spurs unter Vertrag genommen. Sie war nicht nur die erste hauptamtliche Assistenz-Trainerin der Basketball-Liga NBA, sondern Pionierin in den vier großen, nordamerikanischen Profiligen.

So entschlossen Katie Sowers auch schien, es Hammon gleichzumachen - so wenig wusste sie, welchen Weg sie gehen muss, um tatsächlich als Trainerin in der NFL arbeiten zu können.

Football ist schon als Kind immer ihre große Leidenschaft gewesen. Da es jedoch weder an der High School, noch am College eine reine Frauen-Football-Mannschaft gibt, fokussierte sich Sowers bald auf andere Sportarten, vor allem Basketball.

Kein Platz für eine homosexuelle Trainerin am College

Sie spielte dabei so gut, dass ihr das Goshen-College, eine kleine, religiöse Universität im Bundesstaat Indiana, ein Stipendium angeboten hatte. Sowers wurde dort Kapitänin und Führungsspielerin des Basketball-Teams. Und sie outet sich zu jener Zeit als homosexuell.

Am Goshen-College ist das 2008 immer noch ein Problem - selbst Professoren ist es untersagt, gleichgeschlechtliche Neigungen öffentlich zu machen. So erlebt Sowers streng geheime Treffen der LGBT-Community während ihrer Studienzeit - und Homophobie. Als sie nach Ende ihres Studiums im Trainerstab ihres ehemaligen Teams erste Erfahrungen als Coach sammeln wollte, bekommt sie eine Absage - von ihrem einstigen Trainer.

"Er teilte mir mit, dass er mich aufgrund meines Lebensstils nicht im Team haben wolle. Solange ich Spielerin war, sei es für ihn kein Problem gewesen, da habe er mich schützen können, meinte er. Aber da ich nicht mehr dazugehörte, hätten Eltern Sorgen geäußert, dass ihre Töchter lesbisch werden könnten, wenn eine Homosexuelle dabei sei. Die dachten wohl, das sei ansteckend."

Neue Chance im Football

Danach fasst Sowers einen Entschluss: Nie wieder Basketball. Stattdessen sucht sie nach einem Football-Team, findet dies in der Women's Football Alliance, in der sie zu den besten Quarterbacks gehört.

(O-Ton aus US-Kommentar): "Sowers three step drop. She is going deep. Pass is complete, nothing but turf ahead."

Sie spielt auch in der US-Nationalmannschaft, mit der Sowers 2013 die Weltmeisterschaft gewinnt. Drei Jahre später muss sie aufgrund einer Hüftverletzung ihre Karriere beenden. Durch eine zufällige Bekanntschaft kommt Sowers im Sommer 2016 zu einem Praktikum beim NFL-Team der Atlanta Falcons. Ihre Aufgabe: beim Training der Wide Receiver zu helfen.

"Ich wusste nicht, wie Spieler und die Trainer mich behandeln würden. Würde ich jemand von ihnen sein oder ein Außenseiter? Aber alle waren sehr professionell."

Über Atlanta nach San Francisco

Ihr damaliger Chef ist Offensive Coordinator Kyle Shanahan. Als der 2017 bei den San Francisco 49ers Trainer wird, folgt Sowers ihm nach Kalifornien.

"Sie fing als Praktikantin an. Ich fand es schon in Atlanta toll, sie dabei zu haben. Am Ende des Praktikums kamen einige Trainer zu mir und sagten, wie hilfreich sie war und fragten, ob es einen festen Job für sie geben würde. Wir haben ihr diese Rolle gegeben und sie hat großartige Arbeit geleistet."

Sowers ist derzeit eine von drei hauptamtlichen Assistenz-Trainerinnen in der NFL.

"There we go, that’s what I’m talking about."

49ers-Quarterback: "Sie ist unglaublich"

Sie hat sich in einer Männer-Domäne durchgesetzt - und wird akzeptiert, wie hier von 49ers-Quarterback Jimmy Garoppolo.

"Sie ist unglaublich. Die Arbeit, die sie mit den Wide Receivern und den anderen Spielern auf den Skill-Positionen leistet, wie sie mit allen umgeht, ist besonders. Und sie ist resolut, macht den Jungs ordentlich Dampf. Es macht Spaß mit ihr."

Bevor sie vor drei Jahren zu den 49ers gegangen ist, hatte Sowers bereits ein Gespräch bei einem anderen NFL-Klub. Doch ein Team-Verantwortlicher dort hat ihr schnell mitgeteilt, dass der Verein "noch nicht bereit" sei für eine Frau im Trainerteam. So hätte ein Coach gefragt, wo man denn Sowers' Schreibtisch hinstellen solle? Der Gedanke, sich ein Büro mit einer Frau zu teilen, kam ihm offenbar gar nicht.

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