
Grundlage sei die Analyse von 43 großen, qualitativ hochwertigen Studien, berichtete das Forschungs-Team aus London im Fachjournal "The Lancet Obstetrics, GynecologyAndWomen’s Health". Einbezogen wurden Geschwistervergleiche – also Daten von Menschen, bei denen sich die genetischen Grundlagen und Umweltfaktoren, die die neurologische Entwicklung beeinflussen, stark ähneln.
Die neue Analyse bestätige, dass es keinen klinisch bedeutsamen Anstieg der Wahrscheinlichkeit einer Autismus-Spektrum-Störung, von ADHS oder einer geistigen Behinderung bei Kindern von Schwangeren gebe, die Paracetamol wie vorgeschrieben anwenden, erläuterte das Team weiter.
Trump warnte schwangere Frauen
US-Präsident Trump hatte schwangere Frauen bei einer Pressekonferenz im September vor der Einnahme von Paracetamol – in den USA unter dem Markennamen Tylenol gehandelt – gewarnt. Er stellte dabei einen Zusammenhang mit Autismus beim Kind her und sagte, Schwangere sollten das Medikament nur im äußersten Notfall verwenden und bei Kopfschmerzen oder Fieber lieber mal die Zähne zusammenbeißen.
Wissenschaftler widersprechen
In sozialen Netzwerken kursiert Trumps Warnung seither – obwohl Wissenschaftler direkt vehement widersprachen. Experten warnten zudem, dass unbehandeltes Fieber und starke Schmerzen Mütter und Babys einer ernsten Gefahr aussetzen können. Auch das Team der aktuellen Übersichtsarbeit gibt zu bedenken, dass insbesondere unbehandeltes Fieber der Mutter mit Fehlgeburten, angeborenen Fehlbildungen, Frühgeburten und neurologischen Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht wird.
Der Berufsverband der Frauenärzte rät, dass Schwangere Medikamente grundsätzlich nur nach Rücksprache mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt nutzen sollten.
Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
