Wirtschaft
Kein Lohn mehr am ersten Krankheitstag: Arbeitgeber-Verband bringt erneut Karenz-Vorschlag ins Gespräch

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dulger, hat erneut den Vorschlag bekräftigt, am ersten Krankheitstag keinen Lohn mehr zu zahlen.

    Ein Arzt stellt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus.
    Diskussion über hohen Krankenstand in Deutschland. (Symbolbild) (picture alliance / blickwinkel / McPHOTO / B. Leitner)
    Die aktuell hohen Krankenstände seien ein echtes Problem, sagte Dulger dem Nachrichtenportal T-online. Alles, was missbräuchliche Krankmeldungen erschwere, sei deshalb hilfreich. Eine Idee wäre die Einführung eines Karenztages, sodass die Arbeitgeber den Lohn im Krankheitsfall erst ab dem zweiten Krankheitstag zahlten. Linken-Chef van Aken nannte Dulgers Vorstoß "widerlich". Man sei in Deutschland und nicht in den USA. Wer krank sei, solle ohne Lohnkürzung zu Hause bleiben. Das gelte für - Zitat - "Schnösel wie den Arbeitgeberpräsidenten" genauso wie für die hart arbeitende Mehrheit hier im Land.
    Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren Arbeitnehmer 2024 durchschnittlich 14,8 Arbeitstage krankgemeldet – ein Anstieg um 3,6 Tage im Vergleich zu 2021. Zuletzt hatte es deshalb Forderungen nach Abschaffung der telefonischen Krankschreibung gegeben.
    Diese Nachricht wurde am 05.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.