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StartseiteSternzeitRätselhafte Linien und ihre Elemente17.04.2020

Kein Nebulium oder CoroniumRätselhafte Linien und ihre Elemente

Während man in der Antike davon ausgegangen war, dass die Welt aus den vier Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft bestehe, wurden ab dem 17. Jahrhundert erste wirkliche, chemische Elemente entdeckt.

Von Hermann-Michael Hahn

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Schönes Foto einer totalen Sonnenfinsternis, aber Stifters Text ist viel deutlicher (NASA)
Während einer totalen Finsternis ist die Corona der Sonne zu sehen – sie besteht aus sehr heißem Gas, aber nicht aus „Coronium“ (NASA)

Drei spätere Beiträge dazu stammten von Astronomen. Sie hatten in den Spektren von Himmelskörpern charakteristische Linien gefunden, die keinem auf der Erde bekannten chemischen Element zuzuordnen waren.

Den Anfang machte 1864 der englische Astronom William Huggins, der im Spektrum des Katzenaugen-Nebels im Sternbild Drache mehrere helle Spektrallinien fand.

Vier Jahre später entdeckte sein französischer Kollege Pierre Janssen während einer totalen Sonnenfinsternis eine unbekannte gelbe Spektrallinie, und im Jahr darauf wurden bei ebensolcher Gelegenheit im Licht der Sonnenkorona unerklärliche grüne Linien beobachtet.

Jules Janssen (1824-1907), der Entdecker des Heliums  (Observatorium Paris)Jules Janssen (1824-1907), der Entdecker des Heliums (Observatorium Paris)

Doch nur Janssen hatte tatsächlich ein neues Element gefunden, das anscheinend nur auf der Sonne vorkam und daher den Namen Helium erhielt. Auf der Erde wurde dieses Element erst 1882 nachgewiesen.

Die rätselhaften Linien des Katzenaugen-Nebels dagegen konnten erst 1927 erklärt werden – bis dahin waren sie einem hypothetischen Element namens Nebulium zugeordnet worden.

Heute ist klar, dass es sich um Linien handelt, die nur in extrem dünn verteiltem Gas auftreten und die auf äußerst seltene atomare Prozesse  zurückgehen.

Auch das vermeintliche Coronium existiert nicht – die grüne Linie stammt von extrem heißen Eisenatomen in der Sonnenkorona.

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