Samstag, 13. April 2024

Internationale Meeresbodenbehörde
Kein Regelwerk für Tiefseebergbau

Der Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde ist vorerst an der Aufgabe gescheitert, weltweite Regeln für den Tiefseebergbau aufzustellen. Das seit zwei Wochen in Jamaika tagende Gremiums konnte sich nur auf einen Zeitplan für die weitere Arbeit verständigen. Geplant sei, 2025 ein Regelwerk zu verabschieden.

22.07.2023
    Bohrschiff Hidden Gem der The Metals Company, wird im Seehafen von Rotterdam, Maasvlakte, umgebaut, es soll als erstes Schiff für den Tiefseebergbau ausgerüstet werden, es soll polymetallische Knollen vom Meeresboden gewinnen, für die Herstellung von Batterien für u.a. Elektroautos.
    Das Bohrschiff Hidden Gem der "The Metals Company", wird im Seehafen von Rotterdam umgebaut. Es soll als erstes Schiff für den Tiefseebergbau ausgerüstet werden um polymetallische Knollen vom Meeresboden zu gewinnen, für die Herstellung von Batterien für u.a. Elektroautos. (picture alliance / Jochen Tack )
    Die Internationale Meeresbodenbehörde berät bereits seit zehn Jahren über die Regulierung des Tiefseebergbaus. Konkret geht es um den Abbau von Manganknollen auf dem Meeresboden im Pazifik zwischen Mexiko und Hawaii. Die Knollen enthalten wertvolle Rohstoffen wie Kobalt, Nickel und Mangan, die unter anderem bei der Herstellung von Batterien verwendet werden.

    Umweltorganisationen befürchten Schäden am Ökosystem Tiefsee

    Studien stellen ihre Notwendigkeit für die Energiewende allerdings infrage und weisen auf mögliche schwere Schäden am noch weitgehend unerforschten Tiefseeökosystem durch den Abbau hin. BMW, VW und Renault haben sich bereits verpflichtet, zunächst keine Rohstoffe aus der Tiefsee zu nutzen, zumal das in der Manganknolle enthaltene Kobalt in neueren Autobatterien gar nicht mehr verbaut wird.
    Die Umweltorganisation WWF forderte eine transparente Debatte. Sie müsse auch geöffnet werden für wissenschaftliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachdisziplinen. Die Tiefsee sei ein Erbe der gesamten Menschheit.
    Diese Nachricht wurde am 22.07.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.