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StartseiteStreitkulturBrauchen wir Schreibschulen?14.10.2017

Kerstin Preiwuß vs. Jörg SundermeierBrauchen wir Schreibschulen?

In vielen Städten können junge Autoren lernen, wie sie ein literarisches Werk erstellen – an sogenannten Schreibschulen. Das ist weit vom Geniekult eines Goethe oder Schiller entfernt: Geht es nicht auch ohne Seminare? Es streiten die Schriftstellerin Kerstin Preiwuß und der Verleger Jörg Sundermeier.

Moderation: Jan Drees

Die Hand einer Frau, die einen Brief mit einem Füllfederhalter schreibt. (dpa / picture alliance / Tobias Hase)
Können Autoren von Schreibschulen profitieren? (dpa / picture alliance / Tobias Hase)
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Schriftstellerin Kerstin Preiwuß (Foto: Nils Heider)Schriftstellerin Kerstin Preiwuß (Foto: Nils Heider)

PRO - Kerstin Preiwuß, Lyrikerin und Prosaschriftstellerin, 1980 in Lübz geboren, wuchs in Plau am See und Rostock auf und lebt heute als freie Autorin in Leipzig. Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Psychologie in Leipzig und Aix-en-Provence promovierte sie über deutsch-polnische Städtenamen. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2006 debütierte sie mit dem Gedichtband "Nachricht von neuen Sternen", es folgten die Gedichtbände "Rede" (2012) und "Gespür für Licht" (2016) sowie die Romane "Restwärme" (2014) und "Nach Onkalo" (2017), der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Von 2010 bis 2012 war sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift Edit. Ihre Arbeit wurde unter anderem mit dem Hermann-Lenz-Stipendium (2008), dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds (2010) sowie dem Mondseer Lyrikpreis (2012) gewürdigt. Kerstin Preiwuß ist Mitglied des P.E.N.

Sie sagt: Ein Buch zu schreiben steht für viele auf der Liste der Sehnsüchte ganz oben. Literaturinstitute bieten Raum dafür. Zugleich sind sie Orte der Prüfung. Sie sind keineswegs nur Schreibschulen, in denen man einen bestimmten Stil beigebracht bekommt, sondern fungieren als Schutzräume zur Entwicklung von Autorschaft und eigener Poetik. Sie sind Katalysatoren dieser ästhetischen Entwicklung und bereiten auf das Leben als Autor heute vor.

Verleger Jörg Sundermeier (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)Verleger Jörg Sundermeier (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)

CONTRA -Jörg Sundermeier ist 1970 in Gütersloh geboren worden. Er lebt in Berlin. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Kristine Listau Verleger des Verbrecher Verlags und Autor für diverse Zeitungen und Magazine. Sundermeier ist Herausgeber zahlreicher Bücher. Er schrieb diverse eigene Bücher, zuletzt "Die Sonnenallee" (2016) und "11 Berliner Friedhöfe, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt" (2017).

Er sagt: Schreibschulen vermitteln lediglich eine Form, aber keine Inhalte. Schreibschulen vereinheitlichen den Stil - der ist gut, aber andere literarische Formen/Experimente werden eher verdrängt, auch auf dem Buchmarkt. Schreibschulen neigen dazu, den Autor zum erfolgreichen Selbstmanager zu erziehen. Karrieredenken aber erstickt Literatur.

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