
In der Kommunikation des ZDF zu dem Fall sei "die Tragweite des Themas spät erkannt" worden, sagte sie der ”Süddeutschen Zeitung”. Auch auf redaktioneller Seite habe es Mängel gegeben, die man sich sehr genau anschaue. Das könne auch arbeitsrechtlich noch Konsequenzen haben. Bei der Abnahme des Beitrags "hätte Alarm schrillen müssen", weil erkennbar Material aus dem Netz verwendet worden sei.
Schausten fügte hinzu: "Wir sind beschädigt, aber auch klüger." Sie sehe auch eine Chance darin, dass das ZDF noch am Beginn des medialen KI-Zeitalters so einen Wirkungstreffer bekommen habe.
Abberufung von USA-Korrespondentin
Schausten verteidigte zugleich die Abberufung der New-York-Studioleiterin Nicola Albrecht. Diese sei unprofessionell mit Bildmaterial umgegangen. "Sie wollte einen Beitrag, den sie bereits fürs Mittagsmagazin gefertigt hatte, variieren und hat dabei auf Bildmaterial aus dem Netz zurückgegriffen, das sie nicht noch mal eigens geprüft hat". Hinweise auf eine bewusste Täuschung gebe es aber nicht.
ZDF bat Zuschauer um Entschuldigung
Albrechts Beitrag für das "heute journal"' behandelte Abschieberazzien der US-Einwanderungsbehörde ICE. Dabei wurde an einer Stelle KI-generiertes Bildmaterial aus dem Internet verwendet. Weiteres Material war real, stammte aber aus dem Jahr 2022.
Zunächst hatte das ZDF erklärt, die Kennzeichnung sei bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen worden. Später räumte man im "heute journal" Fehler ein und bat die Zuschauer um Entschuldigung. Von KI erzeugtes Material dürfe in Nachrichten grundsätzlich nicht verwendet werden, sofern KI nicht selber Thema des Beitrags sei.
Diese Nachricht wurde am 24.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
