Gesundheitsökonomie
Kieler Institut für Weltwirtschaft: Telefonische Krankschreibung sollte nur durch Hausarzt erfolgen

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hält die geplante Verschärfung der Regeln zur Krankschreibung für kontraproduktiv.

    Ein Hausarzt sitzt in einem Sprechzimmer seiner Hausarztpraxis an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer.
    Das Kieler Institut für Weltwirtschaft schlägt vor, dass die telefonische Krankschreibung künftig ausschließlich durch einen Hausarzt erfolgt, der seine Patienten kennt. (picture alliance / dpa / Sebastian Kahnert)
    In einer Mitteilung heißt es, eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag bei gleichzeitigem Ende der telefonischen Krankschreibung könnte zu mehr Ansteckungen am Arbeitsplatz oder in überfüllten Arztpraxen führen. Stattdessen schlagen die Wissenschaftler vor, dass die telefonische Krankschreibung künftig ausschließlich durch einen Hausarzt erfolgt, der seine Patienten kennt. Dies reduziere Fehlanreize durch kommerzielle Anbieter von Video-Sprechstunden, die mit einer schnellen Krankschreibung durch wahllos zugeteilte Ärzte werben.
    Das Institut für Weltwirtschaft geht davon aus, dass dauerhaft ein so niedriger Krankenstand wie vor zwei Jahrzehnten angesichts einer alternden Erwerbsbevölkerung und der gewünschten höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen realistischerweise nicht mehr erreichbar ist. Statt auf Verschärfung und Kontrolle, sollte die Politik vor allem auf Gesundheitsförderung und Prävention setzen.
    Diese Nachricht wurde am 07.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.