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Kritik an Regierung
Kindergrundsicherung: Landkreistag warnt vor "gigantischem Verwaltungsumbau ohne Not"

In der Debatte um die geplante Kindergrundsicherung ruft der Deutsche Landkreistag die Ampel-Koalition auf, einen Umbau von Behörden zu überdenken. Präsident Sager sagte der Funke-Mediengruppe, man halte es für ein unnötiges und kostspieliges Vorhaben, die Strukturen, über die die mehr als 400 Jobcenter bereits verfügten, nun parallel auch bei den Familienkassen aufzubauen.

    ARCHIV - 30.06.2011, Berlin: Ein Logo weist auf die Familienkasse in der Agentur für Arbeit hin.
    Sager sagte, man halte es für ein unnötiges und kostspieliges Vorhaben, die Strukturen, über die die mehr als 400 Jobcenter bereits verfügten, nun parallel auch bei den Familienkassen aufzubauen. (dpa Maurizio Gambarini)
    Es werde ohne Not ein gigantischer Verwaltungsumbau vom Zaun gebrochen, damit bedürftige Kinder im Monat ungefähr 40 Euro mehr vom Staat erhielten. Statt den halben Sozialstaat umzubauen, sollte der Bund nach Ansicht Sagers das Bürgergeld für Kinder erhöhen. Zudem nannte der Landkreistag-Präsident das Vorhaben unrealistisch, die Leistungen ab 2025 automatisiert und digital zu erbringen. Dafür müsse man sich nur anschauen, wo Deutschland bei der Verwaltungsdigitalisierung aktuell stehe. In der Kindergrundsicherung sollen Familienleistungen zusammengefasst, vereinfacht und automatisch ausgezahlt werden.
    Die bislang noch umstrittenen Details sollen laut Bundeskanzler Scholz im Laufe der kommenden Woche geklärt sein.
    Diese Nachricht wurde am 26.08.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.