Sachsen
"Kirche in der Krise": Landesregierung verteidigt schulischen Religionsunterricht

Angesichts des sinkenden Interesses an katholischem und evangelischem Religionsunterricht hat Sachsens Landesregierung das Fach erneut verteidigt.

    An einer Tafel steht der Unterrichtsplan, Religion ist eingekreist.
    Immer weniger Schülerinnen und Schüler nehmen am Religionsunterricht teil. (picture alliance/dpa)
    Kultusminister Clemens, CDU, sagte dem Sender MDR, Religionsunterricht übernehme anders als der neutrale Ethikunterricht eine gewisse Haltung und Perspektive. Dies sei weiterhin relevant und wichtig, und zwar unabhängig davon, ob sich die Kirche in der Krise befinde. Das Thema müsse weiter an den Schulen vermittelt werden.
    Ab übernächstem Schuljahr soll es in Sachsen einen gemeinsamen katholischen und evangelischen Religionsunterricht geben. Niedersachsen beginnt bereits nach dem Sommer damit. Dort wurde Ende vergangener Woche der Lehrplan für das Fach Christliche Religion vorgestellt. Hamburg hat seit Längerem einen "Religionsunterricht für alle", an dem jeder teilnehmen kann, unabhängig vom Glauben. Das Bistum Dresden-Meißen testet nächstes Schuljahr einen hybriden Ansatz. Katholische Religion besteht dann aus dem Wechsel von Selbstlernzeiten und Videokonferenzen. - In Sachsen sind etwa 3,5 Prozent der Bevölkerung katholisch. Bundesweit besucht noch etwa die Hälfte der Schüler in den Klassen 1 bis 10 den Religionsunterricht. Religionsunterricht hat in Deutschland einen Sonderstatus, da er im Grundgesetz verankert ist.
    Diese Nachricht wurde am 26.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.