Erderwärmung
Klimaforscher: "Bundesregierung muss mehr machen"

Der Klimaforscher Niklas Höhne fordert die Bundesregierung auf, mehr Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen. Deutschland sei grundsätzlich nicht schlecht aufgestellt, habe ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz und sei gut beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Sorgenkinder seien allerdings die Bereiche Gebäude und Verkehr.

    Das Bild zeigt Niklas Höhne in einem Radio-Studio vor einem Mikrofon.
    Der Klimaforscher Niklas Höhne (hier bei einem Besuch im DLF-Studio - Archivbild) (Uli Blumenthal)
    Der Mitgründer des NewClimate Instituts äußerte sich im WDR-Rundfunk und kritisierte, derzeit setze die Bundesregierung hauptsächlich Maßnahmen um, „die zu mehr Treibhausgasemissionen führen“. Als Beispiel nannte Höhne etwa das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz: Dieses führe dazu, dass mutmaßlich mehr Öl- und Gasheizungen eingebaut würden als in der Vergangenheit. Der am Dienstag vorgestellte Plan für das Gesetz sieht etwa vor, dass alle Heizungsarten neu eingebaut werden dürfen. Wer sich für Öl oder Gas entscheide, müsse einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe wie Biogas oder Erdgas nutzen.

    Argumente für Erneuerbare Energien

    Auch habe die Bundesregierung das Verbrenner-Aus gestoppt, Subventionen für Agrardiesel sowie Flugverkehr beschlossen und sie wolle die Solarförderung zurückfahren, kritisierte der Klimaforscher. Das sei auch langfristig schlecht für Deutschland, weil erneuerbare Energien günstiger seien und sie das Land unabhängig von Importen fossiler Energien machten, „die eben von Regierungen kommen, mit denen wir vielleicht nicht unbedingt Geschäfte machen wollen“.
    Die vergangenen drei Jahre seien die wärmsten je gemessenen gewesen, führte Höhne weiter aus. Das Jahr 2024 habe über dem Schwellenwert von 1,5 Grad Celsius im Pariser Klimaschutzabkommen gelegen. Deswegen komme es zu Extremwetterereignissen und die Menschheit steuere auf Kipppunkte zu, die irgendwann das Klimasystem komplett ändern könnten, erläuterte der Klimaforscher. Ein Beispiel sei der Golfstrom, der bereits messbar langsamer geworden sei. „Klimawandel ist und bleibt existenzbedrohend“, betonte er. „Das Einzige, was wir da machen können, ist: raus aus Kohle, Öl und Gas und zwar so schnell wie irgend möglich.“
    Diese Nachricht wurde am 28.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.