Studie der Uni Ulm
Klimawandel: Erdmännchen in der Kalahari erkranken häufiger und sterben früher

Der Klimawandel hat auch Folgen für wildlebende Erdmännchen in der Kalahari-Region im südlichen Afrika. Nach einer Studie der Universität Ulm erkranken und sterben die Tiere früher. Grund ist unter anderem eine Veränderung der Bakterien, die im Darm angesiedelt sind.

17.08.2023
    Eine Gruppe Erdmännchen (Suricata suricatta), stehen aufrecht wachsam auf Wachposten am Bau.
    Erdmännchen in der Kalahari leiden unter dem Klimawandel - und werden schneller krank. (IMAGO / imagebroker / IMAGO / imageBROKER / Jürgen & Christine Sohns)
    Demnach hat sich in den vergangenen 20 Jahren das Mikrobiom des Darmes mit krankheitserregenden Bakterien angereichert, während die gesundheitsfördernden Milchsäurebakterien zurückgingen. Die Folgen sind eine höhere Anfälligkeit gegenüber Tuberkulose und eine geringere Lebenserwartung der Erdmännchen. Unter Mikrobiom versteht man die Gemeinschaft von Bakterien im Darm.

    "Über Generationen hinweg"

    Die Autorinnen Alice Risely und Nadine Müller-Klein betonen, die Verschiebungen träten nicht nur bei gegenwärtig lebenden Tieren auf. Vielmehr hätten sie über Generationen hinweg zugenommen. Die Studie der Ulmer Biologinnen und Biologen wurde in der Fachzeitschrift "Global Change Biology" veröffentlicht.
    Den Angaben zufolge hat die durchschnittliche Höchsttemperatur in der Kalahari - einer Savannenlandschaft, die wegen des vielen Sandes auch als Wüste bezeichnet wird - um mehr als zwei Grad zugenommen. Das ist demnach fünfmal mehr als im globalen Durchschnitt.

    Trockenes, heißes Wetter und schlechte Konstitution

    Wörtlich heißt es in der Mitteilung der Uni Ulm: "Trockene, heiße Wetterphasen, schlechte Konstitution und das Auftreten von Tuberkulose sind Faktoren, die direkt mit einer bis zu zehnmal niedrigeren Überlebenschance der Kleinsäuger verbunden sind. Der gleichzeitig auftretende Verlust an Milchsäure-produzierenden Bakterien, die für die Gesundheit von Wirtsorganismen wichtig sind, trug nachweislich ebenfalls zur erhöhten Sterblichkeit bei."
    Für ihre Studie haben die Forschenden mehr als 1.100 Kotproben von 235 Erdmännchen untersucht. Die Proben wurden seit 1993 in einem Reservat im nördlichen Südafrika gesammelt.
    Diese Nachricht wurde am 14.08.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.