Koalition
Klingbeil für "vernünftige" Gestaltung der neuen Krankschreibungsregel

Die Koalition will die Regeln bei Krankschreibungen verschärfen. So soll bereits ab dem ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arztes erforderlich sein. Doch nun meldet die SPD Klärungsbedarf an. Es brauche praktikable Lösungen bei der Umsetzung, betont Vizekanzler Klingbeil.

    Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, spricht auf einer Pressekonferenz.
    Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
    Vizekanzler Klingbeil hat die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen gerechtfertigt, strebt aber eine "vernünftige Gestaltung" der neuen Regelung an. Der SPD-Co-Vorsitzende sagte den Fernsehsendern RTL und n-tv, er wolle nicht, dass Menschen sich krank zur Arbeit schleppten. Zudem müssten Ärzte vernünftig ihren Job machen können. Es komme jetzt auf die Gesetzgebung an. Bundesarbeitsministerin Bas sagte RTL, man werde genau beobachten, welche Folgen die geplante Neuregelung tatsächlich habe und ob sie zu Schwierigkeiten führe. Auch vorab schon werde es Klärungsverfahren im Gesetzgebungsprozess geben.
    Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion, Pantazis,sagte im Deutschlandfunk, durch die Neuregelung steige das Infektionsrisko in den Praxen, die zudem stark belastet würden. Man habe diese Forderung der Union aber hinnehmen müssen; da in einer Koalitionsregierung ein Geben und Nehmen nötig sei.

    Merz und Warken verteidigen Pläne

    Bundeskanzler Merz verteidigte die Pläne im ARD-Fernsehen. Der CDU-Vorsitzende sagte, das klare Ziel sei es, die hohen Krankenstände in Deutschland zu senken. Gleichzeitig sei es den Betrieben überlassen, ‌auch andere Regelungen zu vereinbaren. Bundesgesundheitsministerin Warken verteidigte die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Zwar solle niemand zur Arbeit gehen, wenn eine Erkrankung dem entgegenstehe, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung "Rheinische Post". Wahr sei aber auch, dass die Hürden für eine Krankschreibung durch die telefonische Möglichkeit deutlich gesenkt worden seien. Daher sei es richtig, diese wieder abzuschaffen.

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    Diese Nachricht wurde am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.