
Vizekanzler Klingbeil hat die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen gerechtfertigt, strebt aber eine "vernünftige Gestaltung" der neuen Regelung an. Der SPD-Co-Vorsitzende sagte den Fernsehsendern RTL und n-tv, er wolle nicht, dass Menschen sich krank zur Arbeit schleppten. Zudem müssten Ärzte vernünftig ihren Job machen können. Es komme jetzt auf die Gesetzgebung an. Bundesarbeitsministerin Bas sagte RTL, man werde genau beobachten, welche Folgen die geplante Neuregelung tatsächlich habe und ob sie zu Schwierigkeiten führe. Auch vorab schon werde es Klärungsverfahren im Gesetzgebungsprozess geben.
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagfraktion, Pantazis,sagte im Deutschlandfunk, durch die Neuregelung steige das Infektionsrisko in den Praxen, die zudem stark belastet würden. Man habe diese Forderung der Union aber hinnehmen müssen; da in einer Koalitionsregierung ein Geben und Nehmen nötig sei.
Merz und Warken verteidigen Pläne
Bundeskanzler Merz verteidigte die Pläne im ARD-Fernsehen. Der CDU-Vorsitzende sagte, das klare Ziel sei es, die hohen Krankenstände in Deutschland zu senken. Gleichzeitig sei es den Betrieben überlassen, auch andere Regelungen zu vereinbaren. Bundesgesundheitsministerin Warken verteidigte die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Zwar solle niemand zur Arbeit gehen, wenn eine Erkrankung dem entgegenstehe, sagte die CDU-Politikerin der Zeitung "Rheinische Post". Wahr sei aber auch, dass die Hürden für eine Krankschreibung durch die telefonische Möglichkeit deutlich gesenkt worden seien. Daher sei es richtig, diese wieder abzuschaffen.
Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wüst hingegen Klärungsbedarf. Es sei richtig, das Thema anzugehen, er habe die Kritik an den Plänen aber verstanden, teilte Wüst mit. Bei der Umsetzung der Krankschreibung ab dem ersten Tag müsse darauf geachtet werden, was die Beschlüsse tatsächlich bedeuteten. Der CDU-Politiker verwies auf den Unterschied, ob Menschen bereits am ersten Tag ihrer Erkrankung eine Krankschreibung vorlegen müssen oder ob sie dies auch nachträglich tun können. Eine rückwirkende Krankschreibung ist aktuell für maximal drei Kalendertage möglich. Wüst betonte, für Menschen etwa mit Migräne sei es schwer, am ersten Tag beim Arzt zu erscheinen.
Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Gönner, sagte im Deutschlandfunk, es gebe hierzulande im europäischen Vergleich einen zu hohen Krankenstand. Diesen zu reduzieren, sei gemeinsame Aufgabe von allen. Nach ihrer Ansicht sei es sinnvoll, es mit den von der Koalition vorgeschlagenen Maß
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Diese Nachricht wurde am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.







