
In den Vereinbarungen sei aber "auch vieles für Arbeitnehmer drin", sagte Klingbeil. So würden Familien steuerlich entlastet und Sonn- und Feiertagszuschläge stärker steuerlich begünstigt. Die von der Koalition vereinbarte Steuerentlastung für kleine und mittlere Einkommen von zehn Milliarden Euro sei ein wichtiger Schritt, betonte Klingbeil. Er verwies darauf, dass es um Entlastungen von 600 Euro jährlich für eine Familie gehe.
Durch die Gesundheits- und Rentenreform werde es zu Belastungen kommen und deswegen sei es umso wichtiger, dass es zugleich eine Entlastungsperspektive gebe. Er habe sehr dafür gekämpft, dass die Reichensteuer zur Gegenfinanzierung der Steuerentlastung ausgeweitet werde.
Der Minister verteidigte zudem die im kommenden Jahr geplante höhere Neuverschuldung im Bundeshaushalt. Dies habe damit zu tun, dass man modernisiere und die Bundeswehr aufrüste. Mit Blick auf Bedrohungen durch Russland betonte Klingbeil, man könne sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen.
Pragmatische Lösung bei Krankschreibung
Der SPD-Chef erklärte, er verstehe, dass es eine Debatte über die verschärften Regeln zur Krankschreibung ab dem ersten Tag gebe. Er sei aber sicher, dass hier eine pragmatische Umsetzung möglich sei.
Eine mögliche Lösung könne so aussehen: "Wenn man erstens sagt, ihr müsst euch nicht krank zum Arzt schleppen und auch nicht krank auf die Arbeit schleppen." Und zweitens solle man den Tarifpartnern oder den Betrieben Möglichkeiten geben, das Ganze so zu regeln, wie sie es gerne hätten. Er denke, dass auch eine Reihe von Arbeitgebern nicht auf die Krankschreibung am ersten Tag bestehen werde.
Diese Nachricht wurde am 05.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
