
Die CDU-Politikerin rief sie beim Deutschen Katholikentag in Würzburg dazu auf, sich stärker auf die Vermittlung des Glaubens zu konzentrieren. Eine Stellungnahme zu einem Tempolimit von 120 werde die Menschen nicht in die Kirche bringen, sagte Klöckner im TV-Sender Phoenix. Es gehe darum, gläubige Christen im Gottesdienst mit Predigten anzusprechen, die sich nicht auf der Metaebene bewegten. Predigten sollten vielmehr ins Hier und Jetzt übersetzt werden und immer auch Transzendenz, Glauben und Hoffnung mitpräsentieren. Zudem meinte Klöckner, die Kirchen müssten sich bei gesellschaftlichen Themen wie dem Umgang mit Menschen mit Behinderungen stärker einmischen. Was solle man Menschen sagen, die anders als die Norm seien?, fragte die Bundestagspräsidentin. Dazu wolle sie die Kirche hören. Hier sei ihr die Kirche manchmal zu leise. Dass zum Kirchentag keine AfD-Politiker eingeladen wurden, wollte Klöckner nicht direkt kommentieren. Es gebe durchaus Positionen bei der AfD, die schwierig mit dem christlichen Menschenbild zu vereinen seien, sagte sie.
In den vergangenen Jahren hatten insbesondere Vertreter von CDU und CSU Debatten über die politischen Stellungnahmen der Kirchen angestoßen, darunter auch Klöckner. Auch die AfD äußerte sich vielfach kritisch in diese Richtung.
Der Katholikentag in Würzburg dauert noch bis morgen.
Diese Nachricht wurde am 16.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
