Tiktok-Videos
Klöckner kritisiert Missbrauch von Bundestagsreden als Bühne für Social Media

Bundestagspräsidentin Klöckner kritisiert einen aus ihrer Sicht zu starken Fokus mancher Abgeordneter auf Online-Netzwerke.

    Julia Klöckner (CDU), Bundestagspräsidentin, gibt vor der Konstitutierung der Bundestag-Enquetekommission zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie im Paul-Löbe-Haus ein Statement ab.
    Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (Archivbild) (dpa / Jörg Carstensen)
    Die CDU-Politikerin sagte der "Welt am Sonntag", es könne nicht sein, dass das Parlament nur noch als Bühne für das nächste Tiktok-Video missbraucht werde und statt der Kolleginnen und Kollegen im Saal die eigenen Follower begrüßt würden. Klöckner betonte, das Bundestagsplenum sei das Schaufenster parlamentarischer Arbeit und keine Influencer-Agentur oder Klick-Ökonomie. Deshalb gehe das Bundestagspräsidium in solchen Fällen immer dazwischen.
    Die CDU-Politikerin räumte ein, dass durch die Online-Netzwerke ein starker Druck auf den Abgeordneten laste. Akzeptanz entstehe aber nicht durch Zuspitzung und Lautstärke, sondern durch Verlässlichkeit und Ernsthaftigkeit, erklärte die Bundestagspräsidentin.
    Auch ihre Amtsvorgänger Bas und Lammert hatten bereits kritisiert, wie Videoschnipsel aus dem Bundestag in Sozialen Medien verwertet werden.
    Diese Nachricht wurde am 11.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.