Reformpaket
Koalition sucht praktikable Umsetzung für Änderungen bei Krankschreibung

Nach der Kritik an den von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen wollen Union und SPD nach einer praktikablen Umsetzung suchen.

    Auf einem Tisch liegt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
    Die Koalition will die telefonische Krankmeldung abschaffen sowie eine Attestpflicht ab dem ersten Arbeitstag einführen. (picture alliance / Zoonar / stockfotos-mg)
    Kanzleramtschef Frei, CDU, sagte den Sendern RTL und n-tv, man werde eine unbürokratische Lösung finden, die der Situation gerecht werde. Die SPD-Vorsitzenden Klingbeil und Bas relativierten die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Klingbeil sagte RTL und n-tv, dass die Ausgestaltung noch offen sei. Er verteidigte die Beschlüsse als Kompromiss: Die SPD habe dafür die Einführung von Karenztagen ohne Lohnfortzahlung verhindert.
    Die Spitzen der schwarz-roten Koalition hatten auch vereinbart, telefonische Krankschreibungen wieder abzuschaffen. Kritik kam von Krankenkassen, Ärzten und Sozialverbänden - sie warnten vor einem Ansturm auf ohnehin überfüllte ‌Praxen. - Die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Gönner, sagte im Deutschlandfunk, es gebe hierzulande im europäischen Vergleich einen zu hohen Krankenstand. Diesen zu reduzieren, sei gemeinsame Aufgabe von allen. Nach ihrer Ansicht sei es sinnvoll, es mit den von der Koalition vorgeschlagenen Maßnahmen zu probieren.
    Diese Nachricht wurde am 03.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.