Donnerstag, 30. Juni 2022

Kobane
USA werfen erstmals Waffen ab

US-Flugzeuge haben in der Nacht auf Montag nahe der umkämpften Grenzstadt Kobane erstmals Waffen, Munition und medizinische Güter abgeworfen, um die kurdischen Kämpfer gegen die islamistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Damit gehen die USA auf Konfrontationskurs zum NATO-Partner Türkei.

20.10.2014

Wurde bereits im Juni in den Persischen Golf Verlegt: Flugzeugträger "George H.W. Bush"; von hier wurden die Angriffe auf Islamistenstellungen gefolgen.
US-Maschinen versorgten die Kurden erstmals mit Waffen. (AFP / US NAVY / JOSHUA CARD / HANDOUT)
Das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) teilte mit, die Lieferungen seien von kurdischen Behörden im Irak zur Verfügung gestellt worden. Man wolle so dazu beitragen, die Verteidigung der Stadt Kobane gegen den Ansturm des IS aufrechtzuerhalten. Zugleich wurden die Luftangriffe gegen Stellungen der Dschihadisten fortgesetzt. Das US-Militär erklärte, es gebe Hinweise darauf, dass dies den Vormarsch des IS auf die Stadt an der syrisch-türkischen Grenze verlangsamt habe.
Türkei gegen Waffenlieferungen
Der Abwurf von Waffen in Syrien erfolgte gegen den erklärten Willen des Nachbarlandes Türkei. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor erklärt, die syrisch-kurdische Partei PYD, deren Milizen in Kobane kämpfen, sei ebenso eine Terrororganisation wie die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK. Niemand könne von der Türkei erwarten, Waffenlieferungen an die PYD zuzustimmen.
Aus dem Irak, wo der IS zuletzt auf dem Vormarsch war, kamen am Wochenende positive Zeichen im Kampf gegen die Dschihadisten: Die USA und die Bundesregierung begrüßten es als wichtigen Schritt zur Wiederherstellung der Stabilität, dass das Parlament Chaled al-Obeidi als Verteidigungs- und Mohammed al-Ghaban als Innenminister bestätigte. Der seit September amtierende Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte die Posten wegen Auseinandersetzungen im Parlament zunächst nicht besetzt - ein Machtkampf, der den Vormarsch der Islamisten begünstigt hatte.
(swe)